Leonardo da Vinci
Wer war Leonardo da Vinci?
Leonardo da Vinci hat das berühmteste Gemälde der Welt gemalt, Flugmaschinen entworfen, Hunderte Jahre vor dem ersten Flugzeug, und als einer der Ersten den menschlichen Körper von innen gezeichnet. Er gilt als das Universalgenie schlechthin. Dabei war er ein uneheliches Kind vom Land, ohne Latein und ohne Universität, und er hat mehr Werke angefangen als vollendet. Gerade das macht ihn so menschlich.
In diesem Porträt erfährst du, wer Leonardo da Vinci war, wie er vom Lehrling zum gefeierten Künstler wurde, was hinter der Mona Lisa und dem Abendmahl steckt, warum der Salvator Mundi 450 Millionen Dollar kostete, welche Erfindungen von ihm stammen, woran er gestorben ist, welche Leonardo-Zitate echt sind und welche nicht und was du von ihm für dein eigenes Leben lernen kannst.
| Name | Leonardo di ser Piero da Vinci |
|---|---|
| Geboren | 15. April 1452 in Anchiano bei Vinci, Toskana |
| Gestorben | 2. Mai 1519 in Amboise, Frankreich, mit 67 Jahren |
| Eltern | der Notar Ser Piero da Vinci und Caterina, eine junge Frau aus einfachen Verhältnissen |
| Ausbildung | Lehre in der Werkstatt von Andrea del Verrocchio in Florenz |
| Beruf | Maler, Bildhauer, Architekt, Ingenieur, Erfinder, Naturforscher |
| Bekannt für | Mona Lisa, Das Abendmahl, Der vitruvianische Mensch, seine Notizbücher und Erfindungen |
| Ehe und Kinder | nie verheiratet, keine Kinder |
| Besonderheit | Linkshänder, schrieb viele Notizen in Spiegelschrift |
| Grab | Kapelle Saint-Hubert im Schloss Amboise |
Leonardo da Vincis Lebenslauf in Stichpunkten
- 1452Geburt am 15. April bei Vinci in der Toskana
- um 1467Beginn der Lehre beim Bildhauer und Maler Andrea del Verrocchio in Florenz
- 1472Aufnahme in die Florentiner Malergilde (Lukasgilde)
- um 1475Er malt einen Engel in Verrocchios „Taufe Christi“
- 1482Umzug nach Mailand an den Hof von Ludovico Sforza
- um 1490Der vitruvianische Mensch entsteht
- 1495Beginn des Abendmahls in Santa Maria delle Grazie in Mailand
- 1499Französische Truppen erobern Mailand, Leonardo verlässt die Stadt
- 1502Militäringenieur für Cesare Borgia
- 1503Beginn der Mona Lisa und des Wandbilds „Schlacht von Anghiari“ in Florenz
- 1506Rückkehr nach Mailand, diesmal im Dienst der Franzosen
- 1513Umzug nach Rom
- 1516König Franz I. holt ihn nach Frankreich, er lebt im Herrenhaus Clos Lucé bei Amboise
- 1519Tod am 2. Mai in Amboise
Leonardo da Vinci kurz erklärt: Maler, Erfinder, Forscher
Leonardo da Vinci war ein italienischer Künstler und Forscher der Renaissance. Heute kennt ihn jeder als Maler der Mona Lisa. Er selbst sah sich aber genauso als Ingenieur, Erfinder und Naturforscher. Er untersuchte Wasserwirbel, den Flug der Vögel, Pflanzen, Gesteine, Licht und Schatten und den menschlichen Körper. Seine Gedanken hielt er in Notizbüchern fest, von denen heute noch mehr als 7.000 Seiten erhalten sind.
„Da Vinci“ ist übrigens kein Nachname im heutigen Sinn, sondern bedeutet einfach „aus Vinci“, dem kleinen Ort in der Toskana, in dem er aufwuchs. In Italien sagt man deshalb meist nur Leonardo.
Kindheit in Vinci: ein uneheliches Kind mit offenen Augen
Leonardo kam als uneheliches Kind zur Welt. Sein Vater Ser Piero war Notar, seine Mutter Caterina eine junge Frau aus einfachen Verhältnissen. Der Florentiner Forscher Carlo Vecce vertritt seit 2023 die These, dass Caterina eine aus dem Kaukasus verschleppte und später freigelassene Sklavin war. Er stützt sich auf ein Dokument von 1452, andere Fachleute halten die Beweislage für nicht eindeutig.
Weil er unehelich war, durfte Leonardo nicht wie sein Vater Notar werden und keine Universität besuchen. Er lernte nur Lesen, Schreiben und Rechnen, aber kein Latein, die Sprache der Gelehrten. Später nannte er sich selbst etwas trotzig einen „ungebildeten Mann“, der dafür aus der Erfahrung lerne. Seine Lehrerin war die Natur rund um Vinci: Hügel, Olivenbäume, Bäche und Vögel.
Lehrjahre bei Verrocchio in Florenz
Als Jugendlicher kam Leonardo in die Werkstatt von Andrea del Verrocchio, einem der wichtigsten Künstler in Florenz. Dort lernte er Malen, Zeichnen, Bildhauerei, Metallguss und Mechanik. 1472 wurde er in die Malergilde aufgenommen. Um 1475 malte er in Verrocchios Bild „Die Taufe Christi“ einen der beiden Engel. Der Biograf Giorgio Vasari erzählt, Verrocchio habe danach nie wieder einen Pinsel angerührt, weil sein Schüler ihn übertroffen habe. Das ist eher eine schöne Legende als ein belegter Fakt. Die Uffizien in Florenz zeigen das Bild bis heute.
Mailand: Ingenieur am Hof von Ludovico Sforza
1482 ging Leonardo nach Mailand. In einem berühmten Bewerbungsbrief an den Herrscher Ludovico Sforza zählte er vor allem seine Fähigkeiten als Kriegsingenieur auf: Brücken, Kanonen, Belagerungsgeräte. Erst ganz am Ende erwähnte er, dass er auch malen und Skulpturen schaffen könne.
In Mailand entstanden einige seiner größten Werke, darunter die „Dame mit dem Hermelin“ und „Das Abendmahl“. Außerdem plante er ein riesiges Reiterdenkmal für Ludovicos Vater, das „Gran Cavallo“. Das Tonmodell des Pferdes war gut sieben Meter hoch. Doch die Bronze für den Guss wurde 1494 für Kanonen gebraucht, und als die Franzosen 1499 Mailand eroberten, sollen ihre Bogenschützen das Tonmodell als Zielscheibe benutzt und zerstört haben.
Das Abendmahl von Leonardo da Vinci
Von 1495 bis 1498 malte Leonardo „Das letzte Abendmahl“ an die Wand des Speisesaals im Kloster Santa Maria delle Grazie in Mailand. Das Bild ist etwa 4,6 mal 8,8 Meter groß. Es zeigt den Moment, in dem Jesus sagt, dass einer der Jünger ihn verraten wird. Jeder der zwölf Apostel reagiert anders: erschrocken, empört, fragend. Genau diese Gefühle so lebendig darzustellen, war damals revolutionär.
Leonardo malte nicht wie üblich in den nassen Putz (Fresko), sondern auf die trockene Wand. So konnte er langsam arbeiten und Details verbessern. Der Nachteil: Die Farbe begann schon zu seinen Lebzeiten abzublättern. Im Zweiten Weltkrieg traf 1943 eine Bombe den Saal, das Wandbild überstand den Angriff hinter Sandsäcken. Die letzte große Restaurierung dauerte von 1978 bis 1999. Heute gehört das Abendmahl zusammen mit der Kirche zum UNESCO-Welterbe. Besichtigen kannst du es nur mit einem vorher gebuchten Zeitfenster.
Die Mona Lisa: das berühmteste Gemälde der Welt
Wer hat die Mona Lisa gemalt? Leonardo da Vinci, ab etwa 1503 in Florenz. Fertig war sie für ihn offenbar nie: Er nahm das Bild nach Mailand, Rom und Frankreich mit und arbeitete noch viele Jahre daran. Das Gemälde ist nur 77 mal 53 Zentimeter groß und auf eine Holztafel aus Pappelholz gemalt.
Berühmt ist vor allem das geheimnisvolle Lächeln. Leonardo erreichte es mit einer Technik namens Sfumato („verraucht“): Er trug hauchdünne Farbschichten übereinander auf, sodass Mundwinkel und Augen keine harten Linien haben. Je nachdem, wohin du schaust, scheint die Frau mal zu lächeln, mal ernst zu sein.
Wer ist die Frau auf der Mona Lisa?
Die meisten Fachleute gehen davon aus, dass das Bild Lisa del Giocondo zeigt, die Frau des Florentiner Seidenhändlers Francesco del Giocondo. Daher stammen auch die anderen Namen des Bildes: „La Gioconda“ auf Italienisch und „La Joconde“ auf Französisch. „Mona“ ist eine alte Kurzform von „Madonna“, also „meine Dame“. Eine Randnotiz eines Florentiner Beamten von 1503, die 2005 in Heidelberg entdeckt wurde, bestätigt, dass Leonardo damals an einem Porträt von Lisa del Giocondo arbeitete.
Der Diebstahl der Mona Lisa 1911
Am 21. August 1911 verschwand die Mona Lisa aus dem Louvre. Der Dieb war der italienische Handwerker Vincenzo Peruggia, der im Museum gearbeitet hatte. Er versteckte das Bild über zwei Jahre in seiner Wohnung in Paris. Erst im Dezember 1913 flog er auf, als er es in Florenz einem Kunsthändler anbot. Die Schlagzeilen rund um den Diebstahl machten die Mona Lisa erst richtig weltberühmt.
Was ist die Mona Lisa wert?
Einen Preis gibt es nicht, denn die Mona Lisa gehört dem französischen Staat und darf nicht verkauft werden. Für eine Ausstellungsreise in die USA wurde sie 1962 mit 100 Millionen Dollar versichert, damals ein Weltrekord laut Guinness-Buch. Inflationsbereinigt wären das heute rund eine Milliarde Dollar.
Die Mona Lisa im Louvre
Seit dem späten 18. Jahrhundert gehört die Mona Lisa zur Sammlung des Louvre in Paris. Sie hängt hinter Panzerglas im großen „Salle des États“ und ist das meistbesuchte Kunstwerk der Welt. Rechne bei deinem Besuch mit dichtem Gedränge, denn vor dem kleinen Bild drängen sich jeden Tag Tausende Menschen. Kleiner Tipp: Gegenüber hängt Veroneses riesiges Bild „Die Hochzeit zu Kana“, das die meisten Besucher übersehen.
Übrigens: Der Film „Mona Lisas Lächeln“ (2003) mit Julia Roberts hat mit Leonardo nichts zu tun. Es geht um eine Kunstlehrerin an einem amerikanischen Frauencollege in den 1950er Jahren.
Die wichtigsten Gemälde von Leonardo da Vinci
Erstaunlich: Von Leonardo sind nur rund 15 bis 20 Gemälde erhalten, die als eigenhändig gelten, und mehrere davon blieben unvollendet. Die wichtigsten Kunstwerke:
- Die Verkündigung (um 1472 bis 1476): eines seiner frühesten Werke, Uffizien in Florenz
- Ginevra de‘ Benci (um 1474 bis 1478): das einzige Leonardo-Gemälde in Amerika, National Gallery of Art in Washington
- Die Anbetung der Könige (ab 1481): unvollendet, Uffizien
- Die Felsgrottenmadonna: gleich zwei Fassungen, eine im Louvre, eine in der National Gallery in London
- Die Dame mit dem Hermelin (um 1489 bis 1491): Cecilia Gallerani mit einem weißen Wiesel, Nationalmuseum Krakau
- Das Abendmahl (1495 bis 1498): Santa Maria delle Grazie, Mailand
- Die Mona Lisa (ab 1503): Louvre, Paris
- Anna selbdritt: Maria, ihre Mutter Anna und das Jesuskind, Louvre
- Johannes der Täufer: vermutlich sein letztes Gemälde, Louvre
- Salvator Mundi: das teuerste Gemälde der Welt, die Zuschreibung ist umstritten
Salvator Mundi: das teuerste Gemälde der Welt
Der „Salvator Mundi“ (Erlöser der Welt) zeigt Jesus mit einer Kristallkugel in der Hand. Das Bild galt lange als Kopie und wurde 2005 bei einer Auktion in den USA für gut 1.000 Dollar ersteigert. Nach einer aufwendigen Restaurierung erklärten mehrere Experten es zu einem echten Leonardo. Am 15. November 2017 wurde es bei Christie’s in New York für 450,3 Millionen Dollar verkauft, mehr als jemals für ein Gemälde gezahlt wurde. Als Käufer gilt laut Medienberichten das saudische Königshaus. Seitdem ist das Bild nicht mehr öffentlich aufgetaucht, und viele Fachleute bezweifeln, dass Leonardo es selbst oder überwiegend selbst gemalt hat.
Der vitruvianische Mensch
Die Zeichnung eines nackten Mannes mit ausgestreckten Armen und Beinen in Kreis und Quadrat ist eines der bekanntesten Bilder der Welt. Leonardo zeichnete sie um 1490. Er griff dafür die Ideen des römischen Baumeisters Vitruv auf, der beschrieben hatte, wie die Maße des menschlichen Körpers zueinander passen. Das Original ist lichtempfindlich und liegt deshalb meist im Depot der Gallerie dell’Accademia in Venedig. Wahrscheinlich trägst du es trotzdem manchmal in der Tasche: Es ist auf der italienischen 1-Euro-Münze abgebildet.
Die Erfindungen von Leonardo da Vinci
Leonardo füllte seine Notizbücher mit Maschinen, die seiner Zeit weit voraus waren. Zu den bekanntesten Erfindungen und Entwürfen zählen:
- Flugmaschinen: Schlagflügler nach dem Vorbild der Vögel und Fledermäuse
- Luftschraube: eine Art Vorläufer des Hubschraubers
- Fallschirm: ein Gestell in Form einer Pyramide, mit Leinen bespannt
- Panzerwagen: ein gepanzertes, rundes Kampffahrzeug mit Kanonen
- Taucherausrüstung: mit Atemschlauch aus Schilfrohr und Leder
- Selbstfahrender Wagen: angetrieben von gespannten Federn
- Brücken, Kräne und Kanäle: unter anderem eine riesige Brücke über das Goldene Horn in Istanbul
Zur Ehrlichkeit gehört: Die meisten dieser Maschinen hat Leonardo nie gebaut, und manche hätten so nicht funktioniert. Einige Ideen hat er auch von älteren Ingenieuren übernommen und weiterentwickelt. Spannend ist, was spätere Tests ergaben: Im Jahr 2000 sprang der Brite Adrian Nicholas mit einem Nachbau des Leonardo-Fallschirms aus großer Höhe ab und schwebte damit sicher mehrere hundert Meter nach unten, bevor er für die Landung auf einen modernen Fallschirm wechselte. Und 2001 wurde in Norwegen eine kleine Fußgängerbrücke nach Leonardos Entwurf für das Goldene Horn gebaut.
Notizbücher, Spiegelschrift und Anatomie
Leonardo war Linkshänder und schrieb viele seiner Notizen von rechts nach links in Spiegelschrift. Warum, weiß niemand sicher. Vermutlich war es für ihn als Linkshänder einfach bequemer, und die Tinte verschmierte nicht. Seine Notizbücher, die Kodizes, liegen heute verstreut in Mailand, Paris, London, Windsor, Madrid und Turin. Den „Codex Leicester“ über Wasser und Geologie kaufte Bill Gates 1994 für rund 30,8 Millionen Dollar.
Besonders weit voraus war Leonardo in der Anatomie. Nach eigenen Worten untersuchte er mehr als 30 menschliche Körper. Er zeichnete Muskeln, Knochen, das Herz mit seinen Klappen und ein ungeborenes Kind im Mutterleib, so genau wie niemand vor ihm. Veröffentlicht hat er diese Studien nie. Hätte er es getan, hätte die Medizin vielleicht Jahrzehnte früher davon profitiert.
Florenz und das Duell mit Michelangelo
Nach dem Fall Mailands kehrte Leonardo 1500 nach Florenz zurück. 1502 arbeitete er einige Monate als Militäringenieur für den gefürchteten Feldherrn Cesare Borgia und zeichnete für ihn erstaunlich genaue Landkarten. 1503 bekam er den Auftrag für ein riesiges Wandbild im Florentiner Rathaus, die „Schlacht von Anghiari“. Auf der Wand gegenüber sollte der 23 Jahre jüngere Michelangelo malen. Die beiden konnten sich nicht ausstehen. Am Ende vollendete keiner von beiden sein Werk, und Leonardos Malerei ist heute verloren. Wir kennen sie nur aus Kopien.
Liebe und Familie
Leonardo war nie verheiratet und hatte keine Kinder. Über sein Liebesleben schrieb er kaum etwas. 1476 wurde er in Florenz anonym der Homosexualität beschuldigt, damals eine Straftat. Das Verfahren wurde eingestellt. Viele Historiker gehen davon aus, dass er Männer liebte, eindeutige Belege gibt es nicht.
Eine Art Ersatzfamilie bildeten seine Schüler. Gian Giacomo Caprotti, genannt Salaì („kleiner Teufel“), kam mit zehn Jahren zu ihm und blieb fast 30 Jahre. Er stahl und log, doch Leonardo verzieh ihm immer wieder. Der junge Adlige Francesco Melzi begleitete ihn bis zum Tod nach Frankreich und erbte seine Notizbücher.
Die letzten Jahre in Frankreich
Nach einigen Jahren in Rom, wo er im Schatten von Michelangelo und Raffael kaum Aufträge bekam, nahm Leonardo 1516 die Einladung des französischen Königs Franz I. an. Der junge König bewunderte ihn und schenkte ihm das Herrenhaus Clos Lucé, nur wenige hundert Meter vom Schloss Amboise entfernt. Dort lebte Leonardo mit einem großzügigen Jahresgehalt, plante Feste, Kanäle und einen Palast. Die Mona Lisa hatte er dabei.
Woran ist Leonardo da Vinci gestorben?
Leonardo starb am 2. Mai 1519 im Clos Lucé, mit 67 Jahren. Die genaue Todesursache ist nicht bekannt. Ein Besucher berichtete 1517, Leonardos rechte Hand sei gelähmt. Viele Forscher vermuten deshalb einen Schlaganfall, an dessen Folgen er später starb. Die rührende Szene, in der er in den Armen von König Franz I. stirbt, stammt von Vasari und gilt als erfunden. Begraben wurde Leonardo in Amboise. Seine mutmaßlichen Gebeine liegen heute in der kleinen Kapelle Saint-Hubert im Schloss Amboise.
Museen und Orte rund um Leonardo da Vinci
- Vinci (Toskana): das Museo Leonardiano und sein Geburtshaus in Anchiano
- Mailand: das Abendmahl in Santa Maria delle Grazie und das Wissenschaftsmuseum „Leonardo da Vinci“ mit Modellen seiner Maschinen
- Paris: der Louvre mit der Mona Lisa und vier weiteren Gemälden
- Amboise: das Clos Lucé mit Nachbauten seiner Erfindungen und sein Grab im Schloss
- Rom: Der größte Flughafen Italiens, Fiumicino, heißt offiziell „Leonardo da Vinci“
Echte und falsche Leonardo-da-Vinci-Zitate
Leonardo hat keine Sprüche für Postkarten geschrieben, sondern Notizbücher voller Beobachtungen. Trotzdem kursieren im Internet viele Zitate unter seinem Namen. Hier der Faktencheck zu den bekanntesten falschen:
- „Einfachheit ist die höchste Stufe der Vollendung“: stammt nicht von Leonardo. Eine frühe Fassung findet sich 1931 bei der US-Autorin Clare Boothe Luce. 1977 machte Apple den Satz „Simplicity is the ultimate sophistication“ zum Werbespruch, passend zur Philosophie von Steve Jobs. Leonardo wird erst ab dem Jahr 2000 als Urheber genannt, ausgehend von einer Werbeanzeige.
- „Wer einmal geflogen ist, wird für immer mit dem Blick zum Himmel gehen“: stammt aus dem Drehbuch des US-Fernsehfilms „I, Leonardo da Vinci“ von 1965, geschrieben von John H. Secondari.
- „Kunst wird nie vollendet, nur aufgegeben“: geht auf den französischen Dichter Paul Valéry zurück.
- „Es wird die Zeit kommen, in der wir das Essen von Tieren genauso verurteilen wie das Töten von Menschen“: stammt aus einem Roman über Leonardo von Dmitri Mereschkowski aus dem Jahr 1900.
- „Ich habe Gott und die Menschheit beleidigt, weil meine Arbeit nicht die Qualität erreichte, die sie hätte haben sollen“: angebliche letzte Worte, gehen auf Vasaris ausgeschmückte Sterbeszene zurück.
- „Lernen erschöpft den Geist nie“: in seinen Notizbüchern nicht nachweisbar.
Echt sind dagegen diese Gedanken aus seinen Notizbüchern, hier in deutscher Übersetzung mit der Fundstelle:
- „Wer wenig denkt, irrt viel.“ (Codex H)
- „Wie ein gut verbrachter Tag einen glücklichen Schlaf schenkt, so schenkt ein gut genutztes Leben einen glücklichen Tod.“ (Codex Trivulzianus)
- „Wie das Eisen rostet, wenn man es nicht gebraucht, und das Wasser fault oder im Frost gefriert, so verdirbt auch der Geist ohne Übung.“ (Codex Atlanticus)
- „Die Weisheit ist die Tochter der Erfahrung.“ (Codex Forster)
- „Die Erfahrung irrt nie, es irren nur unsere Urteile.“ (Codex Atlanticus)
- „Wer sich in die Praxis ohne Wissenschaft verliebt, ist wie ein Steuermann, der ein Schiff ohne Ruder und Kompass betritt.“ (Manuskript G)
- „Armselig der Schüler, der seinen Meister nicht übertrifft.“ (Codex Forster)
- „Wenn du allein bist, gehörst du ganz dir selbst.“ (Buch über die Malerei)
- „Wer das Leben nicht schätzt, verdient es nicht.“ (Codex I)
- „Tadle den Freund unter vier Augen und lobe ihn vor allen.“ (Codex H)
- „Jedes Hindernis wird durch Beharrlichkeit überwunden.“ (Notizen in Windsor, im Original „Ogni impedimento è distrutto dal rigore“)
Filme, Dokus und Bücher über Leonardo da Vinci
Die beste moderne Biografie stammt von Walter Isaacson, der auch die Biografie von Steve Jobs geschrieben hat: „Leonardo da Vinci“ (2017), lebendig erzählt und reich bebildert. Sehr genau ist auch „Leonardo da Vinci. Die Biographie“ des britischen Historikers Charles Nicholl. Als Film empfehlenswert ist die zweiteilige Dokumentation „Leonardo da Vinci“ von Ken Burns (2024). Die Serie „Leonardo“ (2021) mit Aidan Turner ist dagegen frei erfunden und keine verlässliche Biografie. Und Dan Browns Bestseller „Sakrileg“ („The Da Vinci Code“) ist ein Roman, kein Sachbuch.
Bücher, Bilder und mehr zu Leonardo da Vinci
Was du von Leonardo da Vinci lernen kannst
- Neugier schlägt Herkunft. Leonardo durfte nicht studieren und konnte kein Latein. Er machte das wett, indem er alles selbst beobachtete und ausprobierte.
- Stell Fragen, auch kleine. Auf einer seiner Listen notierte er Aufgaben wie „Beschreibe die Zunge des Spechts“. Große Entdeckungen beginnen oft mit scheinbar unwichtigen Fragen.
- Schreib alles auf. Seine Notizbücher waren sein zweites Gehirn. Ideen, die du festhältst, gehen nicht verloren.
- Unvollendet ist nicht wertlos. Leonardo ließ viele Werke unfertig, und trotzdem veränderte er die Welt. Perfektionismus darf dich nicht vom Anfangen abhalten.
- Verbinde, was scheinbar nicht zusammengehört. Weil er Anatomie studierte, malte er lebendigere Menschen. Weil er Wasser beobachtete, zeichnete er schönere Locken.
Warum Leonardo da Vinci ein echter Motivationsheld ist
Leonardo da Vinci zeigt, dass Genie nicht vom Himmel fällt. Er hatte keinen Abschluss, keinen Titel und keinen Adelsnamen. Er hat sich verzettelt, Termine gerissen und viele Projekte nie beendet. Und trotzdem hat er Werke geschaffen, vor denen Menschen 500 Jahre später Schlange stehen. Sein Geheimnis war keine übermenschliche Begabung, sondern eine Neugier, die nie aufgehört hat. Genau deshalb ist er für uns ein Vorbild: Du musst nicht alles zu Ende bringen, um Großes zu bewirken. Aber du musst immer wieder anfangen, hinschauen und fragen.








