Steve Jobs
Wer war Steve Jobs?
Steve Jobs hat verändert, wie Milliarden Menschen leben. Fast jeder von uns trägt heute ein Gerät in der Tasche, das ohne ihn nicht so aussehen würde, wie es aussieht. Dabei begann seine Geschichte alles andere als vielversprechend: ein adoptiertes Kind, ein Studienabbrecher, der barfuß über den Campus lief, ein Gründer, der aus seiner eigenen Firma geworfen wurde. Und doch kam er zurück, rettete Apple vor dem Untergang und brachte nacheinander iMac, iPod, iPhone und iPad auf den Markt. Nebenbei machte er Pixar zum erfolgreichsten Animationsstudio der Welt.
In diesem Porträt erfährst du, woher Steve Jobs kam, wie Apple in einer Garage entstand, warum er seine eigene Firma verlassen musste, wie er Pixar groß machte, woran er starb, wie reich er war, was es mit seinem schwarzen Rollkragenpullover und seiner Yacht „Venus“ auf sich hat, welche Zitate wirklich von ihm stammen und was du ganz konkret von ihm lernen kannst.
| Name | Steven Paul Jobs |
|---|---|
| Geboren | 24. Februar 1955 in San Francisco (USA) |
| Gestorben | 5. Oktober 2011 in Palo Alto (USA), mit 56 Jahren |
| Todesursache | Folgen eines neuroendokrinen Tumors der Bauchspeicheldrüse |
| Leibliche Eltern | Abdulfattah Jandali (aus Syrien) und Joanne Schieble |
| Adoptiveltern | Paul und Clara Jobs |
| Ehefrau | Laurene Powell Jobs (verheiratet seit 1991) |
| Kinder | Lisa (1978), Reed (1991), Erin (1995), Eve (1998) |
| Ausbildung | Reed College in Portland, nach einem Semester abgebrochen |
| Beruf | Unternehmer, Mitgründer und CEO von Apple, CEO von Pixar |
| Bekannt für | Macintosh, iMac, iPod, iPhone, iPad, Pixar |
| Vermögen | rund 8,3 Milliarden US-Dollar (Forbes, März 2011) |
| Religion | Zen-Buddhismus |
Steve Jobs’ Lebenslauf in Stichpunkten
- 1955Geburt am 24. Februar in San Francisco, Adoption durch Paul und Clara Jobs
- 1972Schulabschluss in Cupertino, Studium am Reed College, Abbruch nach einem Semester
- 1974Job bei Atari, danach Reise nach Indien
- 1976Gründung von Apple mit Steve Wozniak und Ronald Wayne
- 1977Der Apple II wird ein großer Erfolg
- 1980Börsengang von Apple, Jobs wird mit 25 Multimillionär
- 1984Vorstellung des Macintosh
- 1985Machtkampf mit John Sculley, Jobs verlässt Apple und gründet NeXT
- 1986Kauf der Computergrafik-Abteilung von Lucasfilm, daraus wird Pixar
- 1991Heirat mit Laurene Powell
- 1995„Toy Story“ kommt ins Kino, Börsengang von Pixar
- 1997Rückkehr zu Apple, zunächst als Interims-CEO
- 1998Der iMac rettet Apple
- 2001Vorstellung des iPod
- 2003Diagnose: Tumor in der Bauchspeicheldrüse
- 2005Berühmte Rede vor den Absolventen der Stanford University
- 2007Vorstellung des iPhone
- 2009Lebertransplantation
- 2010Vorstellung des iPad
- 2011Rücktritt als CEO am 24. August, Tod am 5. Oktober in Palo Alto
Wer war Steve Jobs?
Steve Jobs war Mitgründer, langjähriger Chef und das Gesicht von Apple. Er war kein Ingenieur und konnte weder Schaltkreise entwerfen noch große Programme schreiben. Seine Stärke lag woanders: Er verstand wie kaum ein anderer, was Menschen wollen, bevor sie es selbst wussten. Er verband Technik mit Design, Kunst und Einfachheit und trieb seine Teams mit oft gnadenloser Strenge dazu, Produkte zu bauen, die sich „magisch“ anfühlen sollten.
Zu seinem Lebenswerk gehören der Apple II, der Macintosh, der iMac, der iPod, der iTunes Store, das iPhone, der App Store und das iPad. Als Chef von Pixar ermöglichte er „Toy Story“, den ersten komplett am Computer animierten Kinofilm. Er war genial, visionär, charismatisch und zugleich schwierig, ungeduldig und manchmal verletzend. Gerade diese Widersprüche machen ihn zu einem der faszinierendsten Menschen des 20. Jahrhunderts.
Herkunft und Familie: Adoptiert, mit syrischen Wurzeln
Steve Jobs kam am 24. Februar 1955 in San Francisco zur Welt. Seine leiblichen Eltern waren zwei junge Studenten: Joanne Schieble, eine Amerikanerin mit deutschen und Schweizer Vorfahren, und Abdulfattah Jandali, ein Politikstudent aus Syrien. Weil Joannes Vater gegen die Beziehung war, gab sie das Baby kurz nach der Geburt zur Adoption frei.
Adoptiert wurde er von Paul und Clara Jobs. Paul war Mechaniker und hatte keinen Universitätsabschluss, Clara hatte armenische Wurzeln. Joanne Schieble hatte zur Bedingung gemacht, dass das Kind studieren dürfe, und die Adoptiveltern versprachen es. Steve wuchs in Mountain View und später in Los Altos im heutigen Silicon Valley auf. Sein Vater zeigte ihm in der Garage, wie man Dinge sorgfältig baut, auch die Rückseite eines Schranks, die niemand sieht. Diese Liebe zum Detail sollte später jedes Apple-Produkt prägen.
War Steve Jobs Syrer? Sein leiblicher Vater stammte aus Syrien, er selbst war Amerikaner und wuchs nicht mit seinem leiblichen Vater auf. Erst als Erwachsener lernte er seine leibliche Mutter und seine leibliche Schwester kennen, die Schriftstellerin Mona Simpson. Mit ihr verband ihn bis zu seinem Tod eine enge Freundschaft. Seinen leiblichen Vater traf er nie bewusst als solchen. Jüdisch war Jobs übrigens nicht: Er wurde christlich erzogen und wandte sich als junger Mann dem Zen-Buddhismus zu.
Jugend, Studium und die Reise nach Indien
In der Schule war Steve ein schwieriger, oft gelangweilter Schüler, aber hochbegabt. Schon als Teenager freundete er sich mit dem fast fünf Jahre älteren Technik-Tüftler Steve Wozniak an. 1972 machte er an der Homestead High School in Cupertino seinen Abschluss und schrieb sich am teuren Reed College in Portland ein. Nach nur einem Semester brach er das Studium ab, weil er seinen Eltern nicht das ganze Ersparte kosten wollte, und blieb trotzdem noch eine Weile als Gasthörer auf dem Campus.
Besonders ein Kurs in Kalligrafie faszinierte ihn: die Kunst schöner Schriften. Damals schien das völlig nutzlos. Zehn Jahre später, so erzählte er in seiner berühmten Rede in Stanford, flossen genau diese Erfahrungen in den Macintosh ein, den ersten Computer mit schönen Schriftarten.
1974 arbeitete Jobs einige Monate beim Videospiel-Hersteller Atari und reiste anschließend nach Indien, auf der Suche nach spiritueller Erleuchtung. Er kam mit kahl geschorenem Kopf und in indischer Kleidung zurück, beschäftigte sich intensiv mit Zen-Buddhismus und Meditation und ernährte sich zeitweise als Frutarier, also fast nur von Obst. Später lebte er überwiegend vegan, mit Phasen, in denen er auch Fisch aß.
Apple: Wie alles in einer Garage begann
Steve Wozniak hatte einen kleinen Computer entwickelt, den er seinen Freunden im Homebrew Computer Club zeigen wollte. Jobs sah darin sofort ein Geschäft. 1976 gründeten die beiden zusammen mit Ronald Wayne die Firma Apple Computer. Wayne verkaufte seinen Anteil schon nach wenigen Tagen für 800 Dollar. Gebaut wurden die ersten Geräte im Haus der Familie Jobs in Los Altos. Die berühmte „Garage“ ist dabei ein bisschen Legende: Wozniak selbst hat später erzählt, dass dort weniger gebaut wurde, als die Geschichte behauptet. Als Symbol für den Anfang aus dem Nichts ist sie trotzdem unschlagbar.
Der erste Computer, der Apple I, kostete 666,66 Dollar. Der eigentliche Durchbruch kam 1977 mit dem Apple II, einem fertigen Computer mit Gehäuse, Tastatur und Farbgrafik, der sich millionenfach verkaufte. Als Apple im Dezember 1980 an die Börse ging, war Steve Jobs mit 25 Jahren Multimillionär.
Macintosh 1984 und der Rauswurf aus der eigenen Firma
Anfang der 1980er-Jahre trieb Jobs die Entwicklung des Macintosh voran, eines Computers, den man nicht mit Befehlen, sondern mit einer Maus und Bildern auf dem Bildschirm bediente. Für die Vorstellung im Januar 1984 ließ Apple vom Regisseur Ridley Scott einen legendären Werbespot drehen, angelehnt an George Orwells Roman „1984“.
Um Apple professioneller zu führen, holte Jobs 1983 John Sculley von Pepsi als Chef. Er soll ihn mit der Frage gelockt haben, ob er den Rest seines Lebens Zuckerwasser verkaufen oder mit ihm die Welt verändern wolle. Doch die beiden gerieten bald in einen Machtkampf. Der Macintosh verkaufte sich zunächst schlechter als erhofft, und 1985 stellte sich der Verwaltungsrat auf Sculleys Seite. Jobs verlor seine Aufgaben und verließ Apple. Mit 30 Jahren war er von der Firma getrennt, die er selbst gegründet hatte.
Viel später sagte er, der Rauswurf sei das Beste gewesen, was ihm passieren konnte. Die Last, erfolgreich sein zu müssen, sei der Leichtigkeit gewichen, wieder ein Anfänger zu sein.
NeXT und Pixar: die Jahre in der Wildnis
Noch 1985 gründete Jobs die Computerfirma NeXT, die edle Arbeitsrechner für Universitäten baute. Kommerziell war NeXT kein großer Erfolg, aber die Software sollte später Apple retten. Auf einem NeXT-Rechner entwickelte Tim Berners-Lee übrigens das World Wide Web.
1986 kaufte Jobs für rund zehn Millionen Dollar die Computergrafik-Abteilung von George Lucas’ Firma Lucasfilm. Daraus wurde Pixar. Jahrelang verlor er damit viel Geld, bis 1995 „Toy Story“ in die Kinos kam, der erste komplett am Computer animierte Spielfilm der Geschichte. Der Film wurde ein Welterfolg, Pixar ging an die Börse, und Jobs wurde Milliardär. Es folgten Hits wie „Findet Nemo“ und „Die Unglaublichen“.
2006 kaufte Disney Pixar für 7,4 Milliarden Dollar. Jobs wurde dadurch zum größten Einzelaktionär von Disney und zog in den Verwaltungsrat ein.
Das große Comeback: Rückkehr zu Apple
Mitte der 1990er-Jahre stand Apple kurz vor dem Ruin. Ende 1996 kaufte Apple die Firma NeXT für rund 400 Millionen Dollar und holte damit auch Steve Jobs zurück. 1997 wurde er zunächst Interims-Chef und räumte radikal auf: Er strich einen Großteil der Produktpalette zusammen, startete die Werbekampagne „Think different“ und schloss einen Deal mit Microsoft, das 150 Millionen Dollar in Apple investierte. Für sein Gehalt verlangte er symbolisch nur einen Dollar im Jahr.
1998 kam der bunte, durchsichtige iMac und wurde zum Verkaufsschlager. 2001 folgte der iPod mit dem Versprechen „1.000 Songs in deiner Tasche“, 2003 der iTunes Store, der die Musikindustrie umkrempelte. Am 9. Januar 2007 stellte Jobs das iPhone vor, als „ein iPod, ein Telefon und ein Internet-Kommunikator“ in einem Gerät. Es veränderte die Welt so grundlegend wie kaum ein Produkt vor ihm. 2008 kam der App Store, im Januar 2010 das iPad.
Aus einer Firma kurz vor der Pleite wurde unter seiner Führung eines der wertvollsten Unternehmen der Welt.
Die Präsentationen: „One more thing …“
Kein Manager hat Produktvorstellungen so zu einer Kunstform gemacht wie Steve Jobs. In Jeans und schwarzem Rollkragenpullover stand er auf der Bühne, erzählte Geschichten statt Zahlen, arbeitete mit wenigen, großen Bildern und baute Spannung auf wie ein Showmaster. Sein berühmtester Trick: Wenn das Publikum glaubte, die Show sei vorbei, sagte er „One more thing …“ und präsentierte die eigentliche Sensation.
Hinter der scheinbaren Leichtigkeit steckte harte Arbeit. Jobs probte seine Auftritte wochenlang bis ins kleinste Detail. Bis heute gelten seine Keynotes als Vorbild für gute Präsentationen, über das Thema sind ganze Bücher erschienen.
Die Stanford-Rede 2005: drei Geschichten über das Leben
Am 12. Juni 2005 hielt Steve Jobs vor den Absolventen der Stanford University eine Rede, die heute zu den berühmtesten Reden überhaupt gehört. Er erzählte darin drei Geschichten aus seinem Leben.
Die erste handelt davon, die Punkte zu verbinden: Vieles, was im Moment sinnlos erscheint, wie sein Kalligrafie-Kurs, ergibt erst im Rückblick einen Sinn. Man muss darauf vertrauen, dass sich die Punkte irgendwann verbinden.
Die zweite Geschichte handelt von Liebe und Verlust, vom Rauswurf bei Apple und davon, dass man nur dann großartige Arbeit leisten kann, wenn man liebt, was man tut.
Die dritte Geschichte handelt vom Tod. Ein Jahr zuvor hatte er die Diagnose Krebs bekommen. Sich daran zu erinnern, dass man bald sterben wird, sei das wichtigste Werkzeug gewesen, um große Entscheidungen zu treffen. Denn angesichts des Todes fällt alles Unwichtige weg.
Am Ende verabschiedete er sich mit vier Worten, die er von der letzten Ausgabe des „Whole Earth Catalog“ übernommen hatte, einer Kultzeitschrift seiner Jugend: „Stay hungry. Stay foolish.“ Bleib hungrig, bleib verrückt.
Wie tickte Steve Jobs? Charakter, Führungsstil und das „Reality Distortion Field“
Steve Jobs war ein Perfektionist, der sich mit „gut genug“ nie zufriedengab. Er konnte Mitarbeiter zu Höchstleistungen inspirieren und sie im nächsten Moment vor allen anderen herunterputzen. Seine Kollegen beim Macintosh-Team erfanden dafür einen Begriff aus der Serie „Star Trek“: das „Reality Distortion Field“, das Realitätsverzerrungsfeld. Gemeint war seine Fähigkeit, sich selbst und andere davon zu überzeugen, dass auch das scheinbar Unmögliche machbar ist. Oft gelang es dann tatsächlich.
Ein Kern seiner Philosophie war Fokus. Er war überzeugt, dass es beim Konzentrieren vor allem darum geht, Nein zu sagen, zu hundert guten Ideen, um sich auf die wenigen wirklich großen zu konzentrieren.
Für Kreativität hatte er eine überraschend einfache Erklärung: Kreative Menschen verbinden Erfahrungen, die sie gemacht haben, zu etwas Neuem. Deshalb hielt er es für so wichtig, viele unterschiedliche Erfahrungen zu sammeln.
Welche Religion hatte Steve Jobs? Zen, Meditation und Einfachheit
Steve Jobs wurde christlich erzogen, wandte sich aber als Jugendlicher von der Kirche ab. Nach seiner Indienreise fand er im Zen-Buddhismus seine spirituelle Heimat. Über viele Jahre war der japanische Zen-Mönch Kobun Chino Otogawa sein Lehrer, und Jobs meditierte regelmäßig. Er hat sogar überlegt, in ein Kloster in Japan zu gehen, sich dann aber für Apple entschieden.
Der Zen-Buddhismus prägte nicht nur sein Leben, sondern auch seine Produkte. Die Liebe zur Einfachheit, das Weglassen alles Überflüssigen, die Konzentration auf das Wesentliche: Das alles findest du im minimalistischen Design von Apple wieder. Für Jobs war Einfachheit nicht der Anfang, sondern das Ergebnis harter Arbeit. Man müsse ein Problem erst wirklich verstehen, um eine einfache Lösung zu finden.
Der schwarze Rollkragenpullover: Steve Jobs’ Outfit
Sein Markenzeichen kennt jeder: schwarzer Rollkragenpullover, Bluejeans von Levi’s und graue Turnschuhe von New Balance, dazu eine runde, randlose Brille. Den Pullover ließ er sich vom japanischen Modedesigner Issey Miyake anfertigen, gleich in großer Stückzahl, sodass er für den Rest seines Lebens genug hatte.
Dahinter steckte keine Laune, sondern ein Prinzip. Jobs wollte eine Art persönliche Uniform: Sie sparte Zeit und Entscheidungen am Morgen und wurde zugleich zu einem unverwechselbaren Erkennungszeichen. Die Idee kam ihm bei einem Besuch in Japan, wo ihn die einheitliche Kleidung der Sony-Mitarbeiter beeindruckte.
Familie: Lisa, Laurene und die Kinder
1978 bekam Jobs’ Jugendfreundin Chrisann Brennan eine Tochter, Lisa. Jobs bestritt jahrelang, der Vater zu sein, obwohl ein Vaterschaftstest es bewies. Später versöhnten sich Vater und Tochter, und Lisa lebte als Jugendliche eine Zeit lang bei ihm. Interessant: Ein Apple-Computer von 1983 trug ebenfalls den Namen „Lisa“. 2018 veröffentlichte Lisa Brennan-Jobs ihre Erinnerungen unter dem Titel „Small Fry“.
Anfang der 1980er-Jahre war Jobs mit der Folksängerin Joan Baez liiert. Seine große Liebe aber wurde Laurene Powell, die er 1989 bei einem Vortrag an der Stanford University kennenlernte. Am 18. März 1991 heirateten die beiden im Yosemite-Nationalpark, die Trauung leitete Jobs’ Zen-Lehrer Kobun Chino Otogawa. Sie bekamen drei Kinder: Reed (1991), Erin (1995) und Eve (1998). Laurene Powell Jobs ist heute eine bekannte Unternehmerin und Philanthropin.
Steve Jobs und Bill Gates: Rivalen und Partner
Die Beziehung zwischen Steve Jobs und Bill Gates war eine der spannendsten der Technikgeschichte. In den frühen 1980er-Jahren entwickelte Microsoft Software für den Macintosh, später fühlte sich Jobs von Windows kopiert. Jahrzehntelang standen sich die beiden als Rivalen gegenüber: der Designer und Perfektionist gegen den Geschäftsmann und Programmierer.
1997 kam es zur überraschenden Wende: Microsoft investierte 150 Millionen Dollar in das angeschlagene Apple. Bei einem gemeinsamen Auftritt 2007 zeigten sich die beiden voller Respekt füreinander. Und Steve Wozniak? Der geniale Ingenieur hinter dem Apple I und II blieb Jobs trotz unterschiedlicher Wege bis zuletzt verbunden. Ohne Wozniaks Technik hätte es Apple nie gegeben, ohne Jobs’ Vision wäre daraus nie ein Weltkonzern geworden.
Steve Jobs’ Vermögen und die Yacht „Venus“
Wie reich war Steve Jobs? Das Magazin Forbes schätzte sein Vermögen im März 2011 auf rund 8,3 Milliarden US-Dollar. Überraschend: Der größte Teil stammte nicht aus Apple, sondern aus seinen Disney-Aktien, die er beim Verkauf von Pixar bekommen hatte. Bei Apple bezog er jahrelang nur ein symbolisches Gehalt von einem Dollar. Sein Erbe ging an seine Frau Laurene.
Ein Projekt seiner letzten Lebensjahre war die Yacht „Venus“, die er zusammen mit dem französischen Designer Philippe Starck entwarf. Gebaut wurde sie von der niederländischen Werft Feadship: schlank, minimalistisch, mit großen Glasflächen, fast wie ein schwimmendes Apple-Produkt. Steve Jobs hat die Fertigstellung nicht mehr erlebt. Die Yacht wurde im Oktober 2012, ein Jahr nach seinem Tod, in den Niederlanden vom Stapel gelassen.
Wie hoch war der IQ von Steve Jobs?
Im Internet kursieren Werte von 160 und mehr. Dafür gibt es aber keinen Beleg: Ein Ergebnis eines echten IQ-Tests von Steve Jobs ist nicht bekannt. Bekannt ist nur, dass er als Kind in der Grundschule bei einem Test so gut abschnitt, dass ihm vorgeschlagen wurde, zwei Klassen zu überspringen. Er übersprang schließlich eine. Sein eigentliches Talent lässt sich ohnehin schlecht in einer Zahl messen: Intuition, Geschmack, Mut und die Fähigkeit, Technik und Menschlichkeit zusammenzubringen.
Krankheit und Tod: Woran starb Steve Jobs?
Im Oktober 2003 bekam Steve Jobs die Diagnose: ein Tumor in der Bauchspeicheldrüse. Zunächst schien das eine relativ gute Nachricht zu sein, denn es handelte sich um eine seltene, langsam wachsende Form, einen neuroendokrinen Tumor, der oft operiert werden kann. Doch Jobs lehnte die Operation monatelang ab und versuchte es mit Ernährung und alternativen Methoden. Erst am 31. Juli 2004 ließ er sich operieren. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Krebs bereits gestreut. Viele Ärzte sind heute überzeugt, dass ihn diese Verzögerung wertvolle Zeit gekostet hat. Jobs selbst soll das später bereut haben.
2009 bekam er in Memphis eine neue Leber. Im Januar 2011 nahm er eine Auszeit, am 24. August 2011 trat er als Chef von Apple zurück und übergab an Tim Cook. Am 5. Oktober 2011, einen Tag nach der Vorstellung des iPhone 4S, starb Steve Jobs in seinem Haus in Palo Alto im Kreis seiner Familie. Er wurde nur 56 Jahre alt. Beigesetzt wurde er auf dem Friedhof Alta Mesa Memorial Park, in einem Grab ohne Namen.
Und seine letzten Worte? Laut seiner Schwester Mona Simpson, die in ihrer Trauerrede davon erzählte, blickte er kurz vor seinem Tod lange auf seine Familie und dann an ihnen vorbei und sagte:
Tim Cook: Wer ist der Nachfolger von Steve Jobs?
Steve Jobs’ Nachfolger als Chef von Apple wurde Tim Cook. Er war 1998 zu Apple gekommen, galt als Meister der Lieferketten und Produktion und hatte die Firma schon während Jobs’ Krankheitsphasen mehrfach vertretungsweise geführt. Jobs selbst hatte ihn als Nachfolger empfohlen. Unter Cook wurde Apple noch größer, mit Produkten wie der Apple Watch und den AirPods.
Das Vermächtnis von Steve Jobs
Das iPhone hat nicht nur das Telefonieren verändert, sondern Fotografie, Musik, Navigation, soziale Medien, Banking und unzählige Berufe. Der App Store hat eine ganze Wirtschaft geschaffen. Pixar hat das Kino verändert. Und Apples Produkte haben gezeigt, dass Technik schön und einfach sein kann.
Vielleicht noch größer ist sein Vermächtnis als Idee: dass ein einzelner Mensch mit einer klaren Vision und kompromissloser Hingabe eine ganze Branche umkrempeln kann. Nach seinem Tod gründete seine Familie das Steve Jobs Archive, das 2023 das kostenlose Buch „Make Something Wonderful“ mit seinen eigenen Worten veröffentlichte.
Echte und falsche Steve-Jobs-Zitate
Auch Steve Jobs werden viele Sätze zugeschrieben, die nicht von ihm stammen. Hier sind die bekanntesten Fälle.
Die angeblichen „letzten Worte“ über Reichtum: Seit Jahren kursiert ein langer Text, in dem Steve Jobs auf dem Sterbebett bereut, sein Leben dem Geld gewidmet zu haben, und rät, lieber auf Gesundheit und Liebe zu achten. Dieser Text ist eine Erfindung aus dem Internet. Er stammt nicht von Jobs. Seine tatsächlich überlieferten letzten Worte waren „Oh wow. Oh wow. Oh wow.“
„Here’s to the crazy ones“ (Auf die Verrückten): Der berühmte Text der „Think different“-Kampagne von 1997 wird oft Steve Jobs zugeschrieben. Geschrieben hat ihn aber die Werbeagentur TBWA\Chiat\Day. Jobs hat ihn mitgeprägt und eine Version selbst eingesprochen, die damals allerdings nicht ausgestrahlt wurde. Er ist also ein Apple-Zitat, aber kein Jobs-Zitat im engen Sinn.
„Stay hungry, stay foolish“: Dieser Satz ist echt, aber nicht seine Erfindung. Jobs zitierte ihn in Stanford ausdrücklich als Abschiedsgruß des „Whole Earth Catalog“ von 1974 und machte ihn damit weltberühmt.
Steve-Jobs-Zitate für jeden Anlass
Für einen Neuanfang oder einen Jobwechsel: Passend ist sein Satz, dass man nur dann großartige Arbeit leisten kann, wenn man liebt, was man tut, und dass man weitersuchen soll, wenn man es noch nicht gefunden hat.
Für einen Abschluss oder Geburtstag: „Stay hungry. Stay foolish.“ ist der Klassiker für jede Abschlusskarte, denn genau dafür hat Jobs ihn verwendet.
Für schwierige Entscheidungen: Seine Erinnerung, dass unsere Zeit begrenzt ist und wir sie nicht damit verschwenden sollten, das Leben eines anderen zu leben.
Für Umwege und Rückschläge: Sein Gedanke, dass sich die Punkte im Leben erst im Rückblick verbinden.
Bücher und Filme über Steve Jobs
Die wichtigste Biografie ist „Steve Jobs“ von Walter Isaacson, für die Jobs selbst mehr als 40 Interviews gab und auf jede inhaltliche Kontrolle verzichtete. Das Buch erschien kurz nach seinem Tod im Oktober 2011 und zeigt ihn mit allen Stärken und Schwächen.
Im Kino gibt es zwei große Spielfilme: „Jobs“ (2013) mit Ashton Kutcher erzählt seinen Weg von der Garage bis zum Comeback. „Steve Jobs“ (2015) von Regisseur Danny Boyle mit Michael Fassbender in der Hauptrolle, nach einem Drehbuch von Aaron Sorkin, zeigt ihn kurz vor drei großen Produktvorstellungen.
Bücher und Filme über Steve Jobs
Was du von Steve Jobs lernen kannst
1. Mach, was du liebst. Jobs war überzeugt, dass großartige Arbeit nur aus echter Leidenschaft entsteht. Wenn du noch nicht gefunden hast, was dich begeistert: Such weiter und gib dich nicht zufrieden.
2. Vertraue darauf, dass sich die Punkte verbinden. Der Kalligrafie-Kurs, das abgebrochene Studium, der Rauswurf: Im Moment sah alles nach Umweg aus. Im Rückblick war es der Weg. Auch deine Umwege haben vielleicht einen Sinn, den du erst später erkennst.
3. Sag Nein. Fokus bedeutet, sich gegen viele gute Ideen zu entscheiden, damit die wenigen großen wirklich Platz bekommen.
4. Eine Niederlage ist kein Ende. Mit 30 verlor er seine Firma, mit 42 holte er sie zurück und machte sie größer als je zuvor.
5. Achte auf die Rückseite des Schranks. Qualität zeigt sich auch dort, wo niemand hinschaut. Dieses Prinzip seines Vaters hat Jobs nie vergessen.
6. Lerne auch aus seinen Fehlern. Jobs hat Menschen verletzt und seine eigene Krankheit zu lange nicht ernst genommen. Auch das gehört zu seiner Geschichte: Genialität ersetzt keine Freundlichkeit und keinen ärztlichen Rat.
Warum Steve Jobs ein echter Motivationsheld ist
Steve Jobs war kein Heiliger, und er war auch nicht immer ein guter Chef oder Vater. Aber er hat gezeigt, was möglich ist, wenn ein Mensch an eine Idee glaubt und nicht aufgibt. Ein adoptierter Junge ohne Studienabschluss gründete in einem Elternhaus eine Firma, verlor sie, baute sich neu auf, kam zurück und veränderte den Alltag von Milliarden Menschen.
Und als er wusste, dass seine Zeit begrenzt ist, nutzte er sie nicht für Angst, sondern für das, was ihm wichtig war. Das ist vielleicht seine größte Botschaft an dich: Warte nicht darauf, dass dein Leben irgendwann beginnt. Deine Zeit ist jetzt. Oder, wie er es den Absolventen in Stanford mit auf den Weg gab:








