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Winston Churchill

Winston Churchill wurde 1874 in England geboren und galt in der Schule als schlechter Schüler. Als Premierminister führte er Großbritannien durch den Zweiten Weltkrieg und erhielt später den Literaturnobelpreis. Kraft tankte er beim Malen, beim Mauern im Garten und mit einem festen Mittagsschlaf. Hier findest du seine wichtigsten Lehren, inspirierende Zitate, Bücher und alles, was dir hilft, seine Weisheit in deinen eigenen Alltag zu bringen.

Wer war Winston Churchill?

Winston Churchill galt in den 1930er-Jahren als gescheiterter Politiker. Er hatte schwere Fehler gemacht, die Partei gewechselt, Wahlen verloren und warnte unermüdlich vor Adolf Hitler, ohne dass ihm jemand zuhören wollte. Dann kam der Mai 1940. Europa fiel, Frankreich stand vor der Niederlage, und Großbritannien stand allein gegen Nazi-Deutschland. In dieser dunkelsten Stunde wurde der 65-jährige Churchill Premierminister, und mit seinen Reden und seinem unbeugsamen Willen hielt er ein ganzes Volk aufrecht. Viele Historiker halten ihn deshalb für einen der wichtigsten Menschen des 20. Jahrhunderts.

In diesem Porträt erfährst du, woher Churchill kam, wie aus einem schlechten Schüler ein Kriegsheld und Schriftsteller wurde, welche Reden Geschichte schrieben, warum er für den Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde, was es mit seinen Gemälden und dem zerstörten Porträt von Graham Sutherland auf sich hat, woran er starb, welche Kritik es an ihm gibt und welche der vielen „Churchill-Zitate“ wirklich von ihm stammen.

Steckbrief Winston Churchill
Name Sir Winston Leonard Spencer Churchill
Geboren 30. November 1874 in Blenheim Palace, Oxfordshire (England)
Gestorben 24. Januar 1965 in London, mit 90 Jahren
Todesursache Schlaganfall
Grab Friedhof der St Martin’s Church in Bladon, nahe Blenheim Palace
Eltern Lord Randolph Churchill und Jennie Jerome, eine Amerikanerin
Ehefrau Clementine Hozier (verheiratet seit 1908)
Kinder Diana, Randolph, Sarah, Marigold und Mary
Partei Konservative Partei (1904 bis 1924 Liberale Partei)
Premierminister 1940 bis 1945 und 1951 bis 1955
Auszeichnung Nobelpreis für Literatur 1953
Hobbys Malen, Schreiben, Mauern bauen, Zigarren
Größe etwa 1,68 Meter

Winston Churchills Lebenslauf in Stichpunkten

  1. 1874Geburt am 30. November in Blenheim Palace
  2. 1893Nach zwei gescheiterten Versuchen Aufnahme an der Militärakademie Sandhurst
  3. 1898Teilnahme an der Schlacht von Omdurman im Sudan
  4. 1899Gefangennahme und spektakuläre Flucht im Burenkrieg
  5. 1900Erstmals Abgeordneter im Unterhaus
  6. 1908Heirat mit Clementine Hozier
  7. 1911Erster Lord der Admiralität
  8. 1915Debakel von Gallipoli, Rücktritt, Beginn der Malerei
  9. 1924Schatzkanzler
  10. 1930Beginn der „Jahre in der Wildnis“, Warnungen vor Hitler
  11. 1940Am 10. Mai Premierminister, berühmte Reden
  12. 1945Sieg über Deutschland, Wahlniederlage im Juli
  13. 1946Rede vom „Eisernen Vorhang“ in Fulton, Europa-Rede in Zürich
  14. 1951Zweite Amtszeit als Premierminister
  15. 1953Nobelpreis für Literatur, Ritterschlag
  16. 1955Rücktritt als Premierminister
  17. 1965Tod am 24. Januar, Staatsbegräbnis am 30. Januar

Wer war Winston Churchill?

Winston Churchill war ein britischer Politiker, Offizier, Kriegsberichterstatter, Schriftsteller und Maler. Er war zweimal Premierminister des Vereinigten Königreichs und führte das Land durch den Zweiten Weltkrieg. Als Großbritannien 1940 allein gegen Hitler stand, weigerte er sich, mit Nazi-Deutschland zu verhandeln, und machte seinen Landsleuten mit leidenschaftlichen Reden Mut. Gemeinsam mit den USA und der Sowjetunion besiegte Großbritannien 1945 Hitler-Deutschland.

Gleichzeitig war Churchill eine widersprüchliche Figur: brillant und stur, mutig und rücksichtslos, ein Verteidiger der Freiheit in Europa und ein überzeugter Anhänger des britischen Empire mit Ansichten, die heute zu Recht kritisiert werden. Gerade diese Widersprüche machen sein Leben so spannend.

Herkunft und Kindheit: Ein Aristokrat mit amerikanischer Mutter

Winston Churchill kam am 30. November 1874 in Blenheim Palace zur Welt, einem riesigen Schloss in Oxfordshire, das seiner Familie gehörte. Sein Vater, Lord Randolph Churchill, war ein ehrgeiziger konservativer Politiker und Sohn des Herzogs von Marlborough. Seine Mutter, Jennie Jerome, war die Tochter eines reichen amerikanischen Geschäftsmanns aus New York und eine gefeierte Schönheit der Londoner Gesellschaft.

Liebe bekam der kleine Winston von seinen Eltern allerdings kaum. Sie hatten wenig Zeit für ihn, und er sah sie oft wochenlang nicht. Die wichtigste Bezugsperson seiner Kindheit war sein Kindermädchen Elizabeth Everest, das er „Woomany“ nannte. Ihr Foto hatte er bis zu seinem Tod auf dem Schreibtisch.

Ein schlechter Schüler wird zum Abenteurer

In der Schule war Churchill alles andere als ein Vorzeigeschüler. Er galt als aufmüpfig und faul, war in Latein und Mathematik schwach und landete in der Elite-Schule Harrow in der untersten Klasse. Dort lernte er aber, wie er später stolz erzählte, die englische Sprache gründlich, eine Fähigkeit, die ihm sein Leben lang nützte. Erst beim dritten Versuch schaffte er 1893 die Aufnahmeprüfung an der Militärakademie Sandhurst.

Als junger Offizier suchte er bewusst das Abenteuer und den Ruhm. Er reiste nach Kuba, diente in Indien und kämpfte 1898 im Sudan in der Schlacht von Omdurman mit, einem der letzten großen Kavallerieangriffe der britischen Armee. Nebenbei schrieb er Zeitungsberichte und Bücher über seine Erlebnisse, darunter „The River War“, auf Deutsch „Kreuzzug gegen das Reich des Mahdi“.

Berühmt wurde er 1899 im Burenkrieg in Südafrika: Als Kriegsberichterstatter geriet er in Gefangenschaft, floh aus einem Gefangenenlager in Pretoria und schlug sich auf einem abenteuerlichen Weg in Sicherheit. In Großbritannien wurde er dafür als Held gefeiert, und 1900 zog er mit 25 Jahren ins Parlament ein.

Aufstieg, Absturz und Gallipoli

Churchills politische Karriere verlief wie eine Achterbahn. 1904 wechselte er von den Konservativen zu den Liberalen, wurde Handelsminister, Innenminister und 1911 Erster Lord der Admiralität, also Chef der Kriegsmarine. Im Ersten Weltkrieg trieb er 1915 eine Militäroperation an den Dardanellen und auf der Halbinsel Gallipoli in der Türkei voran, die in einem blutigen Desaster endete. Zehntausende Soldaten starben. Churchill musste zurücktreten und meldete sich freiwillig als Offizier an die Front in Frankreich.

In dieser Krise entdeckte er die Malerei für sich. Später kehrte er in die Regierung zurück, wurde 1924 Schatzkanzler unter den Konservativen, zu denen er inzwischen zurückgewechselt war, und traf als solcher unter anderem die umstrittene Entscheidung, das britische Pfund an den Goldstandard zu binden.

Die Jahre in der Wildnis: der einsame Warner vor Hitler

In den 1930er-Jahren war Churchill politisch isoliert. Er hatte kein Ministeramt mehr, galt vielen als Mann von gestern und hielt sich mit Büchern und Zeitungsartikeln finanziell über Wasser. Er selbst nannte diese Zeit seine „Jahre in der Wildnis“. In dieser Phase kämpfte er auch mit Phasen tiefer Niedergeschlagenheit, die er den „schwarzen Hund“ nannte.

Doch er tat etwas, wofür ihm die Geschichte recht gab: Früher und lauter als fast jeder andere britische Politiker warnte er vor Adolf Hitler und forderte, Großbritannien müsse aufrüsten. Als Premierminister Neville Chamberlain 1938 in München das Abkommen mit Hitler schloss und „Frieden für unsere Zeit“ verkündete, nannte Churchill das eine totale Niederlage. Ein Jahr später überfiel Hitler Polen, und der Zweite Weltkrieg begann.

Mai 1940: Churchill wird Premierminister

Am 10. Mai 1940, dem Tag, an dem die deutsche Wehrmacht Frankreich, Belgien und die Niederlande angriff, wurde Churchill mit 65 Jahren Premierminister. Die Lage war verzweifelt. Innerhalb weniger Wochen brach Frankreich zusammen, und die britische Armee musste in Dünkirchen über den Ärmelkanal evakuiert werden. Einige Mitglieder seiner Regierung wollten über einen Frieden mit Hitler verhandeln. Churchill setzte sich durch: Großbritannien würde weiterkämpfen.

Schon drei Tage nach seinem Amtsantritt, am 13. Mai 1940, sagte er vor dem Unterhaus, er habe nichts zu bieten außer Blut, Mühsal, Tränen und Schweiß.

Die großen Reden: „We shall never surrender“

Churchill war kein geborener Redner. Als junger Mann hatte er einen leichten Sprachfehler und bereitete jede Rede akribisch vor, oft schrieb er sie wie Gedichte in kurzen Zeilen auf. Doch im Sommer 1940 wurden seine Reden zu einer Waffe. Der amerikanische Journalist Edward R. Murrow sagte später, Churchill habe die englische Sprache mobilisiert und in die Schlacht geschickt.

Am 4. Juni 1940, nach der Evakuierung von Dünkirchen, schwor er im Unterhaus, man werde an den Stränden kämpfen, auf den Landeplätzen, auf den Feldern und Straßen und in den Hügeln. „We shall never surrender“, wir werden uns niemals ergeben.

Am 18. Juni 1940 rief er die Briten auf, sich so zu verhalten, dass man noch in tausend Jahren sagen werde: „Dies war ihre schönste Stunde.“ Und am 20. August 1940, mitten in der Luftschlacht um England, würdigte er die jungen Piloten der Royal Air Force mit einem der berühmtesten Sätze der Geschichte:

Der Weg zum Sieg: Roosevelt, Stalin und das Ende des Krieges

Churchill wusste, dass Großbritannien den Krieg allein nicht gewinnen konnte. Er umwarb den amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt mit Briefen und Treffen, und 1941 verkündeten die beiden die Atlantik-Charta mit ihren gemeinsamen Zielen für die Nachkriegszeit. Nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion im Juni 1941 verbündete sich Churchill, ein entschiedener Gegner des Kommunismus, auch mit Josef Stalin. Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor im Dezember 1941 traten die USA in den Krieg ein.

Bei den großen Konferenzen in Teheran 1943 und Jalta 1945 berieten die „Großen Drei“ Churchill, Roosevelt und Stalin über die Kriegsführung und die Ordnung nach dem Krieg. Am 8. Mai 1945 kapitulierte Deutschland. Churchill zeigte sich der jubelnden Menge in London mit seinem berühmten V-Zeichen für „Victory“, Sieg.

Die Wahlniederlage 1945 und der Eiserne Vorhang

Nur wenige Wochen nach dem Sieg folgte ein Schock: Bei der Unterhauswahl im Juli 1945 verlor Churchills Konservative Partei deutlich gegen die Labour-Partei von Clement Attlee. Die Briten verehrten Churchill als Kriegspremier, wollten für den Wiederaufbau aber soziale Reformen, die sie eher Labour zutrauten. Seine Frau Clementine soll ihm gesagt haben, die Niederlage sei vielleicht ein Segen im Verborgenen. Churchill antwortete, im Moment sei der Segen sehr gut verborgen.

Als Oppositionsführer blieb er eine Weltfigur. Am 5. März 1946 sagte er in Fulton im US-Bundesstaat Missouri, von Stettin an der Ostsee bis Triest an der Adria sei ein „Eiserner Vorhang“ über den Kontinent niedergegangen. Die Rede gilt als einer der Startpunkte des Kalten Krieges. Am 19. September 1946 forderte er in Zürich eine Art „Vereinigte Staaten von Europa“ und eine Versöhnung zwischen Frankreich und Deutschland. Deshalb zählt er heute auch zu den Gründervätern der europäischen Einigung.

Zweite Amtszeit und Rücktritt

1951 wurde Churchill mit fast 77 Jahren erneut Premierminister. 1952 starb König Georg VI., und Churchill wurde der erste Premierminister der jungen Königin Elisabeth II. Die beiden verband eine herzliche Beziehung, die später in der Serie „The Crown“ dargestellt wurde. 1953 erlitt Churchill einen schweren Schlaganfall, der damals geheim gehalten wurde. Im April 1955 trat er mit 80 Jahren zurück, sein Nachfolger wurde Anthony Eden. Abgeordneter im Unterhaus blieb er noch bis 1964.

Nobelpreis für Literatur: Churchill als Schriftsteller

Viele wissen nicht, dass Churchill einer der produktivsten Schriftsteller seiner Zeit war. Er schrieb Dutzende Bücher, darunter eine Biografie seines Vaters, eine mehrbändige Biografie seines Vorfahren, des Herzogs von Marlborough, eine „Geschichte der englischsprachigen Völker“ und seine sechsbändigen Erinnerungen „Der Zweite Weltkrieg“. Lange lebte er vor allem von seinen Büchern und Artikeln.

1953 erhielt Churchill den Nobelpreis für Literatur, für seine Meisterschaft in historischen und biografischen Darstellungen sowie für seine brillante Redekunst. Weil er gerade auf einer Konferenz war, nahm seine Frau Clementine den Preis in Stockholm entgegen. Im selben Jahr wurde er von der Königin zum Ritter geschlagen und durfte sich fortan „Sir Winston“ nennen.

Churchill als Maler und das zerstörte Sutherland-Porträt

1915, nach dem Desaster von Gallipoli, griff Churchill zum ersten Mal zum Pinsel, und er hörte nie wieder auf. Die Malerei half ihm, aus seinen düsteren Stimmungen herauszufinden. Rund 500 Gemälde hat er im Laufe seines Lebens geschaffen, vor allem Landschaften, die er auf seinen Reisen malte, etwa in Südfrankreich, Marokko oder 1950 auf Madeira. Zeitweise stellte er unter dem Pseudonym Charles Morin aus. In seinem kleinen Buch „Painting as a Pastime“ beschrieb er, wie das Malen ihn entspannte.

Berühmt wurde ein Gemälde, das nicht von ihm stammt: Zu seinem 80. Geburtstag 1954 schenkte ihm das Parlament ein Porträt des Malers Graham Sutherland. Churchill hasste das Bild, auf dem er alt und müde aussieht. Er nannte es spöttisch ein „bemerkenswertes Beispiel moderner Kunst“. Das Porträt verschwand. Erst nach dem Tod seiner Frau wurde 1978 bekannt, dass Clementine es hatte zerstören und verbrennen lassen.

Zigarren, Champagner und Mauern: Churchills Alltag

Churchill war berühmt für seine Gewohnheiten. Ohne Zigarre sah man ihn selten, er rauchte Tausende davon. Er liebte Champagner, besonders von der Marke Pol Roger, trank Whisky mit viel Wasser und Brandy, und blieb trotzdem bis ins hohe Alter erstaunlich leistungsfähig. Er arbeitete oft bis spät in die Nacht, erledigte morgens viel vom Bett aus und hielt nachmittags einen Mittagsschlaf, den er für das Geheimnis seiner Ausdauer hielt.

Auf seinem Landsitz Chartwell in der Grafschaft Kent mauerte er zur Entspannung eigenhändig Gartenmauern, malte und schrieb. Chartwell ist heute ein Museum.

Familie: Clementine und die Kinder

1908 heiratete Churchill Clementine Hozier. Er schrieb später, dies sei das Beste gewesen, was ihm je passiert sei. Die beiden waren 56 Jahre verheiratet und schrieben sich Hunderte liebevolle Briefe, in denen er sie „Kätzchen“ und sie ihn „Schweinchen“ nannte. Clementine war seine wichtigste Ratgeberin und widersprach ihm auch, wenn sich sonst niemand traute.

Das Paar bekam fünf Kinder: Diana, Randolph, Sarah, Marigold und Mary. Die kleine Marigold starb 1921 mit nur zwei Jahren, ein Verlust, über den Churchill kaum sprechen konnte. Die jüngste Tochter Mary Soames wurde später Schriftstellerin und Hüterin des Familienerbes. Zu Churchills Enkeln gehört der frühere Politiker Nicholas Soames.

Kritik an Churchill: die dunklen Seiten

So sehr Churchill als Retter Großbritanniens verehrt wird, so umstritten ist er in anderen Teilen der Welt. Er war ein überzeugter Verfechter des britischen Empire und äußerte sich vielfach abfällig über Inder, Afrikaner und andere Völker der Kolonien. Während der Hungersnot in Bengalen 1943, bei der Millionen Menschen starben, wird seiner Regierung vorgeworfen, nicht genug geholfen zu haben. Wie groß seine persönliche Verantwortung war, ist unter Historikern umstritten.

Auch das Desaster von Gallipoli und der Befehl zu massiven Bombenangriffen auf deutsche Städte im Zweiten Weltkrieg werden kritisch gesehen. In Großbritannien wird bis heute leidenschaftlich darüber gestritten, wie man Churchill gerecht beurteilt. Vielleicht ist die ehrlichste Antwort: Er war ein Mann mit großen Verdiensten und großen Fehlern zugleich.

Churchills Tod und das Staatsbegräbnis

Nach mehreren Schlaganfällen in seinen letzten Lebensjahren erlitt Churchill im Januar 1965 einen weiteren schweren Schlaganfall. Er starb am 24. Januar 1965 in seinem Haus in London, im Alter von 90 Jahren, auf den Tag genau 70 Jahre nach seinem Vater.

Churchill bekam ein Staatsbegräbnis, eine Ehre, die sonst fast nur Monarchen zuteilwird. Am 30. Januar 1965 nahmen Vertreter aus mehr als 100 Ländern Abschied. Königin Elisabeth II. erwies ihm die Ehre, persönlich teilzunehmen, und brach damit mit dem Protokoll. Als sein Sarg auf einem Boot die Themse entlangfuhr, senkten die Hafenkräne zu seinen Ehren ihre Arme. Beigesetzt wurde er im Familiengrab auf dem Friedhof von Bladon, ganz in der Nähe seines Geburtsortes Blenheim Palace.

Echte und falsche Churchill-Zitate

Winston Churchill ist vermutlich der meistfalsch zitierte Mensch der englischen Sprache. Er war so witzig und schlagfertig, dass ihm fast jeder gute Spruch zugeschrieben wird. Hier die bekanntesten Fälle.

„No sports“: Auf die Frage, wie er so alt geworden sei, soll Churchill geantwortet haben: „No sports“, kein Sport. Für diese Antwort gibt es keinen Beleg. Im Gegenteil: Als junger Mann war Churchill ein begeisterter Reiter, Polospieler und Fechter.

„Erfolg ist nicht endgültig, Misserfolg ist nicht fatal. Was zählt, ist der Mut weiterzumachen.“ Eines der beliebtesten Motivationszitate überhaupt, aber nicht von Churchill. Es taucht erst Jahrzehnte nach seinem Tod unter seinem Namen auf.

„Ich glaube nur der Statistik, die ich selbst gefälscht habe.“ Dieses angebliche Zitat ist vor allem in Deutschland verbreitet. Einen englischen Originalwortlaut von Churchill gibt es nicht. Viele vermuten, dass der Spruch ihm im deutschsprachigen Raum untergeschoben wurde.

„Die Demokratie ist die schlechteste Regierungsform, abgesehen von all den anderen.“ Dieser Satz ist echt, aber mit einem Haken. Churchill sagte ihn am 11. November 1947 im Unterhaus, leitete ihn aber mit den Worten ein, es sei gesagt worden, dass die Demokratie die schlechteste Regierungsform sei, abgesehen von all den anderen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden seien. Er zitierte also einen Gedanken, den er nicht selbst erfunden hatte, und machte ihn berühmt.

„Gib niemals auf.“ Diese Botschaft ist echt, aber der Wortlaut war ein anderer. Am 29. Oktober 1941 sagte Churchill vor Schülern seiner alten Schule Harrow: Gebt niemals nach, niemals, niemals, niemals, in nichts, groß oder klein, außer aus Überzeugung von Ehre und Vernunft.

Churchill-Zitate für jeden Anlass

Für schwere Zeiten: „Gebt niemals nach, niemals, niemals, niemals.“ Aus seiner Rede in Harrow 1941.

Für einen Neuanfang im Job: „Ich habe nichts zu bieten außer Blut, Mühsal, Tränen und Schweiß.“ Mit einem Augenzwinkern für jeden, der vor einer großen Aufgabe steht.

Für Teams und Helfer: „Nie zuvor hatten so viele so wenigen so viel zu verdanken.“ Ein schöner Dank an alle, die im Hintergrund Großes leisten.

Für Politik und Diskussionen: Sein Satz über die Demokratie, am besten mit dem Hinweis, dass er ihn selbst nur zitiert hat.

Bücher und Filme über Winston Churchill

Churchill hat seine eigene Geschichte in seinen Erinnerungen „Der Zweite Weltkrieg“ erzählt, für die er den Literaturnobelpreis erhielt. Wer ihn im Kino erleben möchte, sollte „Die dunkelste Stunde“ (2017) sehen: Gary Oldman spielt darin den Churchill der entscheidenden Wochen im Mai 1940 und wurde dafür mit dem Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.

Bücher und Filme über Winston Churchill

Was du von Winston Churchill lernen kannst

1. Ein schlechter Start entscheidet nichts. Churchill war ein schlechter Schüler und brauchte drei Anläufe für die Militärakademie. Trotzdem wurde er einer der wichtigsten Staatsmänner der Geschichte.

2. Bleib deiner Überzeugung treu, auch wenn niemand zuhört. Jahrelang warnte er vor Hitler und wurde ausgelacht. Am Ende hatte er recht.

3. Worte haben Macht. Mit seinen Reden gab Churchill einem ganzen Volk Mut. Auch deine Worte können andere aufrichten oder entmutigen.

4. Such dir einen Ausgleich. Gegen seine düsteren Stimmungen half ihm das Malen. Ein Hobby, das dich ganz in Anspruch nimmt, kann dein bester Schutz gegen Stress und Grübeln sein.

5. Niederlagen gehören dazu. Gallipoli, die Jahre in der Wildnis, die Wahlniederlage 1945: Churchill ist unzählige Male gescheitert und immer wieder aufgestanden.

Warum Winston Churchill ein echter Motivationsheld ist

Churchill war kein fehlerloser Mensch, und manche seiner Ansichten sind aus heutiger Sicht nicht zu verteidigen. Aber er hat in einem entscheidenden Moment der Weltgeschichte gezeigt, was Mut, Willenskraft und Standhaftigkeit bewirken können. Als Europa fiel und viele den Kampf schon verloren gaben, stand ein 65-jähriger, oft verspotteter Politiker auf und sagte: Wir geben nicht auf.

Sein Leben ist eine einzige Geschichte von Niederlagen und Comebacks. Ein schlechter Schüler, ein gescheiterter Minister, ein abgeschriebener Politiker, und am Ende einer der wichtigsten Menschen seines Jahrhunderts. Wenn du also das nächste Mal glaubst, dass deine Chance vorbei ist, dann denk an Churchill und seine Worte an die Schüler von Harrow:

Die dunkelste Stunde – Winston Churchill Drama

Der Zweite Weltkrieg – Winston S. Churchill

Der Zweite Weltkrieg – Winston S. Churchill