Robert Bosch
Wer war Robert Bosch?
Robert Bosch begann 1886 mit einer kleinen Werkstatt und zwei Mitarbeitern in einem Stuttgarter Hinterhof. Heute arbeiten weltweit über 400.000 Menschen für die Firma, die seinen Namen trägt. Doch Bosch ist nicht nur wegen seines Erfolgs ein Vorbild. Er führte als einer der Ersten in Deutschland den Achtstundentag ein, verschenkte Millionen für Krankenhäuser und Bildung und half in der NS-Zeit verfolgten Menschen. Sein Grundsatz klingt einfach und ist bis heute schwer zu leben: lieber Geld verlieren als Vertrauen.
| Name | Robert August Bosch |
|---|---|
| Geboren | 23. September 1861 in Albeck bei Ulm |
| Gestorben | 12. März 1942 in Stuttgart |
| Alter | 80 Jahre |
| Eltern | Servatius Bosch (Gastwirt und Landwirt) und Maria Margaretha Bosch |
| Geschwister | Er war das elfte von zwölf Kindern |
| Ehefrauen | Anna Kayser (Heirat 1887), Margarete Wörz (Heirat 1927) |
| Kinder | unter anderem Robert (1891–1921), Robert junior (1928–2004) und Eva |
| Beruf | Feinmechaniker, Erfinder, Unternehmer, Stifter |
| Gründung | Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik, 15. November 1886 |
| Wichtigste Erfindung | Hochspannungs-Magnetzündung mit Zündkerze (1902, mit Gottlob Honold) |
| Vermächtnis | Robert Bosch Stiftung, Robert-Bosch-Krankenhaus |
Robert Boschs Lebenslauf in Stichpunkten
- 1861Geburt am 23. September in Albeck bei Ulm
- 1876Lehre als Feinmechaniker in Ulm
- 1884Arbeit in den USA, unter anderem in einer Firma von Thomas Edison
- 1886Gründung der eigenen Werkstatt in Stuttgart
- 1887Heirat mit Anna Kayser
- 1897Erste Magnetzündung für einen Automotor
- 1902Durchbruch mit der Hochspannungs-Magnetzündung und der Zündkerze
- 1906Einführung des Achtstundentags
- 1910Millionenspenden für Bildung und Wissenschaft
- 1927Zweite Ehe mit Margarete Wörz
- 1940Eröffnung des Robert-Bosch-Krankenhauses in Stuttgart
- 1942Tod am 12. März in Stuttgart
- 1964Gründung der Stiftung, die heute die Robert Bosch Stiftung ist
Ein freisinniges Elternhaus
Prägend für Robert Bosch war sein Vater Servatius. Er war für einen Landwirt und Gastwirt seiner Zeit ungewöhnlich gebildet, politisch liberal und demokratisch gesinnt und gehörte einer Freimaurerloge an. In seinem Gasthaus wurde über Politik diskutiert, über Bildung und Fortschritt. Robert übernahm von ihm die Überzeugung, dass jeder Mensch das Recht auf Bildung hat und dass Wohlstand Verantwortung bedeutet. Seine Mutter Maria Margaretha führte den großen Haushalt mit zwölf Kindern. Robert war ein lebhafter, eigenwilliger Junge, der in der Schule eher durch Neugier als durch Fleiß auffiel.
Vom Dorfjungen zum Feinmechaniker
Robert Bosch wuchs in Albeck auf, einem Dorf auf der Schwäbischen Alb, wo seine Eltern einen Gasthof und eine Landwirtschaft betrieben. Er war das elfte von zwölf Kindern. Der Vater war für seine Zeit ungewöhnlich gebildet und offen, und diese Haltung gab er an seinen Sohn weiter. Nach der Schule machte Robert eine Lehre als Feinmechaniker in Ulm. Begeistert war er davon nicht, doch er lernte dort präzise zu arbeiten, eine Eigenschaft, die später seine ganze Firma prägen sollte.
Danach zog es ihn hinaus. Er arbeitete in verschiedenen Werkstätten in Deutschland, ging 1884 in die USA und arbeitete dort unter anderem in einer Firma des Erfinders Thomas Edison. Anschließend sammelte er Erfahrung in England. In Amerika lernte er nicht nur neue Technik kennen, sondern auch, wie hart dort Arbeiter ausgebeutet wurden. Das hat ihn nachhaltig geprägt.
Lehrjahre in Amerika: bei Edison in New York
1884 stieg der 23-jährige Robert Bosch in ein Schiff nach New York. Amerika war damals das Land der technischen Zukunft, und kein Name stand so sehr dafür wie Thomas Edison. Bosch fand eine Stelle in den Edison Machine Works, wo elektrische Maschinen für die ersten Kraftwerke gebaut wurden. Er lernte dort, wie man Elektrotechnik in großem Maßstab herstellt, und erlebte gleichzeitig die Schattenseiten des amerikanischen Kapitalismus: lange Arbeitstage, niedrige Löhne, kaum Rechte für Arbeiter. Er schloss sich einer Gewerkschaft an und schrieb seiner Verlobten in Deutschland lange Briefe über das, was er sah.
Nach rund einem Jahr kehrte er über England zurück, wo er bei der Firma Siemens Brothers in London arbeitete. Mit diesen Erfahrungen im Gepäck, technischen wie sozialen, gründete er kurz darauf in Stuttgart seine eigene Werkstatt. Viele seiner späteren Entscheidungen, vom Achtstundentag bis zur Lehrlingsausbildung, lassen sich auf diese Wanderjahre zurückführen.
1886: die Werkstatt im Stuttgarter Hinterhof
Am 15. November 1886 eröffnete Robert Bosch in Stuttgart seine „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ mit einem Mechaniker und einem Lehrling. Die Anfänge waren hart: Er reparierte Telefone und Klingelanlagen und baute alles, was gerade gebraucht wurde. Phasenweise stand die Firma kurz vor der Pleite und Bosch musste Mitarbeiter entlassen. Er gab nicht auf.
Fast pleite: die schwierigen ersten Jahre
Die ersten Jahre der jungen Firma waren alles andere als eine Erfolgsgeschichte. Bosch nahm jeden Auftrag an, den er bekommen konnte: Telefone, Telegrafen, Blitzableiter, elektrische Klingeln, Messgeräte. Die Konkurrenz war groß, die Margen klein. Anfang der 1890er-Jahre geriet die Werkstatt in eine schwere Krise. Bosch musste fast alle Mitarbeiter entlassen, zeitweise arbeiteten nur noch zwei Leute für ihn. Er selbst schrieb später, dass es eine Zeit gab, in der er nicht wusste, wie es weitergehen sollte.
Was ihn rettete, war seine Gründlichkeit. Bosch lieferte lieber spät als schlecht und reparierte Fehler auf eigene Kosten. Damit baute er sich langsam einen Ruf auf, der ihm später die Türen zur Autoindustrie öffnete. Als ein Kunde ihm einen Magnetzünder für einen stationären Motor brachte, sah Bosch die Chance, die alles verändern sollte.
Gottlob Honold: der Ingenieur hinter dem Erfolg
Ein Name gehört untrennbar zur Geschichte von Bosch: Gottlob Honold. Er kam 1891 als junger Lehrling in die Werkstatt, ein Sohn einer befreundeten Familie aus Ulm. Bosch erkannte früh sein außergewöhnliches technisches Talent und förderte ihn gezielt. Honold wurde Chefingenieur und entwickelte die wichtigsten Produkte der frühen Firmengeschichte: 1902 die Hochspannungs-Magnetzündung mit der Zündkerze, später die Bosch-Lichtanlage mit Scheinwerfern und Lichtmaschine. Honold starb 1923 mit nur 46 Jahren. Bosch hat nie verschwiegen, wie viel er ihm verdankte.
Robert Bosch Erfindungen: die Zündung, die das Auto möglich machte
Der Durchbruch kam mit der Zündung. Damals hatten Motoren ein großes Problem: Der Kraftstoff wurde nur unzuverlässig entzündet. 1897 baute Bosch eine Magnetzündung erfolgreich in einen Automotor ein. 1902 entwickelte sein junger Ingenieur Gottlob Honold die Hochspannungs-Magnetzündung mit Zündkerze. Damit liefen Automotoren endlich zuverlässig, und Bosch wurde in kurzer Zeit weltbekannt.
Genau genommen war Robert Bosch also weniger ein Einzelerfinder als ein Unternehmer, der kluge Leute förderte, ihnen vertraute und ihre Ideen in Serie brachte. Später kamen unter anderem Einspritzpumpen für Dieselmotoren, Scheinwerfer, Hupen und Elektrowerkzeuge dazu.
| Jahr | Produkt | Bedeutung |
|---|---|---|
| 1897 | Magnetzündung für Automotoren | Erster Erfolg im Automobilbereich |
| 1902 | Hochspannungs-Magnetzündung mit Zündkerze | Der weltweite Durchbruch |
| 1913 | Bosch-Licht (Scheinwerfer, Lichtmaschine) | Elektrisches Licht für Autos |
| 1927 | Diesel-Einspritzpumpe | Machte schnelle Dieselmotoren möglich |
| 1928 | Elektrowerkzeuge | Grundstein für die heutigen Bosch-Werkzeuge |
Qualität als Versprechen: Wie Bosch mit Kunden umging
Robert Bosch hatte eine fast kompromisslose Haltung zur Qualität. Ein Produkt durfte das Haus erst verlassen, wenn es wirklich funktionierte. Lieferte die Firma etwas Fehlerhaftes aus, wurde es auf eigene Kosten ersetzt, auch wenn das teuer war. Mitarbeiter, die schlampig arbeiteten, bekamen seinen Zorn zu spüren. Bosch ging selbst durch die Werkstätten, prüfte Werkstücke und konnte sehr ungehalten werden, wenn er Nachlässigkeit entdeckte. Es wird erzählt, er habe auf dem Weg durch die Fabrik sogar herumliegende Schrauben aufgehoben, um seinen Leuten zu zeigen, dass auch Kleinigkeiten zählen.
Dieser Ruf zahlte sich aus. Autohersteller, Rennfahrer und später auch Flugzeugbauer verließen sich auf Bosch-Zündungen, weil sie wussten, dass sie funktionierten. Der Name Bosch wurde zu einem Qualitätsversprechen, lange bevor es den Begriff „Marke“ im heutigen Sinn gab. Genau darauf zielt sein berühmter Satz, lieber Geld zu verlieren als Vertrauen.
Das Werk in Feuerbach und der Sprung zur Großindustrie
Mit dem Erfolg der Zündung wurde es in Stuttgart bald zu eng. 1910 nahm Bosch in Feuerbach, damals noch ein eigener Ort vor den Toren Stuttgarts, ein großes neues Werk in Betrieb. Es war modern ausgestattet, hell und gut belüftet, für die Zeit ein Vorzeigebetrieb. Aus der Werkstatt mit zwei Leuten war in weniger als 25 Jahren ein Industrieunternehmen mit Tausenden Beschäftigten geworden. Feuerbach ist bis heute einer der wichtigsten Bosch-Standorte.
Bosch-Zündungen auf Rennstrecken und in der Luft
Die frühen Jahre des Automobils waren auch die Jahre der Autorennen, und Bosch nutzte sie geschickt. Rennwagen mit Bosch-Zündung gewannen zahlreiche Wettbewerbe, was für die Firma die beste Werbung war. Auch die ersten Flugzeuge und Luftschiffe brauchten zuverlässige Zündungen, und auch hier wurde Bosch zu einem wichtigen Lieferanten. Wenn ein Motor in großer Höhe ausfällt, ist das lebensgefährlich. Dass Piloten der Bosch-Technik ihr Leben anvertrauten, festigte den Ruf der Firma weiter.
Bosch wird international
Mit der Zündung kam der Erfolg im Ausland. Bosch eröffnete 1898 eine Vertretung in London, bald folgten Niederlassungen in Frankreich, Italien, den USA und vielen anderen Ländern. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg machte die Firma den allergrößten Teil ihres Umsatzes im Ausland, vor allem in Amerika, wo Bosch-Zündungen in fast jedem Auto steckten. In Springfield im Bundesstaat Massachusetts entstand eine eigene Fabrik.
Der Erste Weltkrieg war ein schwerer Schlag. Die amerikanische Tochterfirma wurde beschlagnahmt, die internationalen Märkte brachen weg. Bosch musste nach dem Krieg fast von vorn beginnen. Er tat es mit derselben Hartnäckigkeit wie in den Anfangsjahren und baute die Auslandsgeschäfte Schritt für Schritt wieder auf.
Die Lehrlingswerkstatt: Ausbildung als Investition
1913 eröffnete Bosch eine eigene Lehrlingswerkstatt, eine der ersten ihrer Art in Deutschland. Statt Lehrlinge einfach in der Produktion mitlaufen zu lassen, wurden sie systematisch und gründlich ausgebildet, mit eigenen Ausbildern, Lehrplänen und Werkstätten. Bosch war überzeugt, dass Qualität nur mit gut ausgebildeten Menschen möglich ist. Dieses Modell wurde zum Vorbild für die duale Berufsausbildung, um die Deutschland bis heute weltweit beneidet wird.
Der Achtstundentag und gute Löhne
Robert Bosch galt bei anderen Unternehmern lange als „der rote Bosch“. 1906 führte er in seiner Firma den Achtstundentag ein, in einer Zeit, in der Arbeiter oft zehn oder zwölf Stunden schufteten. Später gab er seinen Leuten auch den Samstagnachmittag frei. Seine Löhne lagen über dem Durchschnitt.
Ihm wird der Satz zugeschrieben, er zahle nicht gute Löhne, weil er viel Geld habe, sondern er habe viel Geld, weil er gute Löhne zahle. Ob er das genau so gesagt hat, ist nicht sicher belegt. Die Haltung dahinter passt aber zu ihm: Für Bosch waren zufriedene, gut ausgebildete Mitarbeiter keine Kosten, sondern die Grundlage des Erfolgs.
Robert Bosch Zitate: Lieber Geld verlieren als Vertrauen
Sein bekanntester Satz ist gut belegt und steht bis heute für die Firma: „Lieber Geld verlieren als Vertrauen.“ Bosch meinte damit, dass ein guter Ruf bei Kunden und Partnern mehr wert ist als jeder schnelle Gewinn. Wer einmal Vertrauen verspielt, gewinnt es nur schwer zurück. Weitere Zitate von Robert Bosch findest du als Zitatbilder hier auf seiner Seite.
Förderer von Wissenschaft und Bildung
Schon früh investierte Robert Bosch große Summen in Bildung und Forschung. 1910 spendete er eine Million Mark an die Technische Hochschule Stuttgart, die heutige Universität Stuttgart, um die Forschung zu fördern. Er unterstützte Volksbildung, Bibliotheken und Abendkurse für Arbeiter, weil er überzeugt war, dass Bildung der beste Weg aus der Armut ist. Junge Talente aus einfachen Familien sollten dieselben Chancen bekommen wie Kinder aus reichem Haus. Dieser Gedanke ist bis heute ein Schwerpunkt der Stiftung, die seinen Namen trägt.
Der Streik von 1913: Grenzen des sozialen Unternehmers
So fortschrittlich Bosch auch war, auch in seinem Unternehmen gab es Konflikte. 1913 kam es in den Bosch-Werken zu einem großen Streik. Die Arbeiter wehrten sich gegen das hohe Arbeitstempo und gegen neue Methoden der Arbeitsorganisation. Bosch reagierte zunächst hart und verstand den Protest als Undankbarkeit, schließlich zahlte er doch mehr als andere. Der Streik zeigte, dass gute Löhne allein nicht reichen, wenn Menschen sich unter Druck gesetzt fühlen. Bosch lernte daraus, und das Verhältnis zur Belegschaft wurde in den folgenden Jahren wieder besser.
Bosch und die Homöopathie
Eine weniger bekannte Seite von Robert Bosch ist seine Leidenschaft für die Homöopathie. Er war fest von ihr überzeugt und förderte sie mit großen Summen. Das Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart war ursprünglich als homöopathisches Krankenhaus gedacht, in dem Homöopathie und Schulmedizin nebeneinander arbeiten sollten. Heute ist es ein modernes Lehrkrankenhaus nach wissenschaftlichen Standards. Die Robert Bosch Stiftung unterhält außerdem ein Institut für Geschichte der Medizin, das unter anderem die Geschichte der Homöopathie erforscht. Aus heutiger Sicht gilt die Homöopathie wissenschaftlich als nicht wirksam über den Placeboeffekt hinaus, für Bosch war sie Teil seines Anspruchs, Menschen ganzheitlich zu helfen.
Ein überzeugter Demokrat
Politisch stand Robert Bosch zeitlebens auf der Seite der Liberalen und Demokraten. Im Kaiserreich galt er vielen Industriellen als zu links, weil er mit Gewerkschaften verhandelte und soziale Reformen befürwortete. In der Weimarer Republik unterstützte er demokratische Parteien und Initiativen, die die junge Republik stärken wollten. Er warnte früh vor den Gefahren von Nationalismus und Extremismus. Als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kamen, sah er seine schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Öffentlich konnte er kaum etwas dagegen tun, im Verborgenen half er, wo er konnte.
Einsatz für Frieden und Völkerverständigung
Nach dem Ersten Weltkrieg setzte sich Robert Bosch für die Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich ein, zu einer Zeit, in der beide Länder sich noch als Erzfeinde sahen. Er unterstützte Initiativen für ein geeintes Europa und für wirtschaftliche Zusammenarbeit über Grenzen hinweg. Bosch war überzeugt, dass Handel und gegenseitiges Verständnis den Frieden sicherer machen als Waffen. Diese Haltung prägt bis heute die Arbeit der Robert Bosch Stiftung, die sich besonders für internationale Verständigung einsetzt.
Was Bosch seinen Mitarbeitern bot
Neben dem Achtstundentag und überdurchschnittlichen Löhnen führte Bosch nach und nach weitere Leistungen ein, die für seine Zeit ungewöhnlich waren. Es gab Urlaub für die Belegschaft, Unterstützung im Krankheitsfall, Hilfen für Mitarbeiter in Not und die Möglichkeit, sich in der Lehrlingswerkstatt und in Kursen weiterzubilden. Bosch begründete diese Leistungen nicht mit Wohltätigkeit, sondern mit Vernunft: Wer gesund, ausgeruht und gut ausgebildet ist, arbeitet besser und bleibt der Firma treu. Damit nahm er Gedanken vorweg, die heute unter dem Stichwort Mitarbeiterbindung in jedem Managementbuch stehen.
Vom Zünder zum Kühlschrank: die Produktvielfalt
Schon zu Boschs Lebzeiten wuchs die Firma weit über die Zündung hinaus. Nach Lichtanlagen, Hupen und Scheibenwischern für Autos kamen ab Ende der 1920er-Jahre ganz neue Produkte dazu. 1928 brachte Bosch eine elektrische Haarschneidemaschine auf den Markt, das erste Elektrowerkzeug der Firma. Bald folgten Bohrhämmer und andere Werkzeuge für Handwerker. 1933 kam der erste Bosch-Kühlschrank in den Handel, rund und kompakt, der Beginn der Hausgerätesparte. Robert Bosch erkannte früh, dass ein Unternehmen nicht von einem einzigen Produkt abhängig sein darf. Diese breite Aufstellung half Bosch durch alle Krisen des 20. Jahrhunderts.
Der Stifter: Millionen für Krankenhäuser und Bildung
Robert Bosch wurde sehr reich, aber er sah seinen Reichtum als Verpflichtung. Die Gewinne aus Rüstungsaufträgen im Ersten Weltkrieg wollte er nicht behalten und spendete Millionen, unter anderem für den Ausbau des Neckars zur Wasserstraße. Er förderte Volksbildung, Berufsschulen und die Völkerverständigung zwischen Deutschland und Frankreich. 1940 eröffnete in Stuttgart das von ihm gestiftete Robert-Bosch-Krankenhaus.
In seinem Testament legte er fest, dass sein Vermögen dem Gemeinwohl dienen soll. Daraus entstand die Robert Bosch Stiftung, die heute den größten Teil der Anteile an der Bosch-Gruppe hält. Ein großer Teil der Gewinne fließt so bis heute in Projekte für Gesundheit, Bildung und Gesellschaft, etwa in den Deutschen Schulpreis oder das Deutsche Schulportal. Sitz der Stiftung ist das Robert-Bosch-Haus, seine frühere Villa in Stuttgart.
Das Testament: ein Unternehmen, das sich selbst gehört
Robert Bosch dachte lange darüber nach, was nach seinem Tod aus der Firma werden sollte. Er wollte verhindern, dass sie zerschlagen, verkauft oder von Erben heruntergewirtschaftet wird. Gleichzeitig sollte ihr Gewinn nicht nur einer Familie zugutekommen, sondern der Gesellschaft. In seinem Testament legte er deshalb fest, dass sein Vermögen in einer Weise verwaltet werden soll, die das Unternehmen unabhängig hält und die Erträge gemeinnützigen Zwecken zuführt. Seine Familie erhielt nur einen kleinen Teil.
Mit der Umsetzung beauftragte er enge Vertraute, an ihrer Spitze Hans Walz, seinen langjährigen Geschäftsführer. Es dauerte über 20 Jahre, bis aus diesem Testament 1964 die Konstruktion entstand, die bis heute besteht. Bosch hatte damit ein Modell geschaffen, das viele andere Unternehmer beeinflusst hat: ein Unternehmen, das niemandem einfach gehört, sondern einem Zweck dient. Ähnliche Wege gibt es etwa bei Zeiss, wo eine Stiftung schon seit dem 19. Jahrhundert das Unternehmen trägt, oder bei Bertelsmann.
Robert Bosch Stiftung heute
Die Robert Bosch Stiftung ist eine der größten unternehmensverbundenen Stiftungen Europas. Sie entstand 1964 aus dem Testament von Robert Bosch, zunächst unter dem Namen Vermögensverwaltung Bosch GmbH, und trägt seit 1969 ihren heutigen Namen. Ihr gehört der weitaus größte Teil der Anteile an der Robert Bosch GmbH. Die Stimmrechte liegen dagegen größtenteils bei einer eigenen Gesellschaft, der Robert Bosch Industrietreuhand KG. So bekommt die Stiftung einen Teil der Gewinne als Dividende, ohne das Unternehmen selbst zu steuern.
Mit diesem Geld fördert die Stiftung Projekte in den Bereichen Gesundheit, Bildung und globale Fragen. Zu den bekanntesten gehören:
- Deutscher Schulpreis: zeichnet seit 2006 jedes Jahr besonders gute Schulen in Deutschland aus.
- Das Deutsche Schulportal: eine Online-Plattform mit Nachrichten, Praxisbeispielen und Hintergründen für Lehrkräfte und Schulleitungen.
- Das Deutsche Schulbarometer: regelmäßige Befragungen von Lehrkräften und Schülern zur Lage an deutschen Schulen, deren Ergebnisse oft in den Nachrichten zitiert werden.
- Robert-Bosch-Krankenhaus: das von Bosch gegründete Krankenhaus in Stuttgart gehört bis heute zur Stiftung.
- Robert Bosch Academy: holt internationale Fachleute nach Berlin, um den Austausch zwischen Deutschland und der Welt zu fördern.
Wer bei der Stiftung arbeiten möchte, findet offene Stellen und Förderprogramme auf ihrer eigenen Website. Für Projekte im Bildungs- und Gesundheitsbereich können sich Organisationen um Förderung bewerben.
Kritik an der Stiftungskonstruktion
Die besondere Konstruktion aus Stiftung, Treuhand und Unternehmen wird nicht nur gelobt. Kritiker bemängeln, dass auf diese Weise ein Weltkonzern dauerhaft vor Übernahmen und vor dem Druck von Aktionären geschützt ist und gleichzeitig steuerliche Vorteile genießt. Andere halten genau das für einen Vorteil: Bosch kann langfristig planen, statt kurzfristigen Börsenerwartungen hinterherzulaufen. Auch der politische Einfluss großer Stiftungen auf Bildung und Gesundheit wird gelegentlich kritisch diskutiert. Robert Bosch selbst wollte genau beides: ein stabiles Unternehmen und einen dauerhaften Nutzen für die Gesellschaft.
Das Robert-Bosch-Haus in Stuttgart
Am Stuttgarter Heidehof ließ sich Robert Bosch um 1910 eine große Villa bauen, in der er bis zu seinem Tod lebte. Das Haus mit seinem weitläufigen Park ist heute als Robert-Bosch-Haus der Sitz der Robert Bosch Stiftung. Das Gebäude erzählt von einem Mann, der zwar sehr reich war, aber kein Interesse an Prunk hatte. Die Villa ist großzügig, aber solide und zweckmäßig, ganz im Stil ihres Bauherrn.
Die Kriegsgewinne und der Neckarkanal
Im Ersten Weltkrieg lieferte Bosch Zündungen für Militärfahrzeuge und Flugzeuge und verdiente daran viel Geld. Diese Gewinne waren ihm unangenehm. Er wollte nicht am Tod von Soldaten reich werden. Deshalb spendete er rund 13 Millionen Mark, eine für damalige Verhältnisse gigantische Summe, für gemeinnützige Zwecke, vor allem für den Ausbau des Neckars zur Schifffahrtsstraße, der seiner Heimatregion Arbeit und Wohlstand bringen sollte. Weitere Millionen gingen an Bildungseinrichtungen und soziale Projekte. Dieser Umgang mit Kriegsgewinnen war selten und zeigt, wie ernst Bosch seine moralischen Grundsätze nahm.
Robert Bosch in der NS-Zeit
Robert Bosch lehnte den Nationalsozialismus ab. Er unterstützte den Widerstandskreis um den früheren Leipziger Oberbürgermeister Carl Goerdeler, und sein Unternehmen half heimlich jüdischen Mitarbeitern und Verfolgten, das Land zu verlassen. Sein Mitarbeiter und Nachfolger Hans Walz wurde dafür später von der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt.
Bosch heute: vom Hinterhof zum Weltkonzern
Aus der kleinen Werkstatt von 1886 ist einer der größten Industriekonzerne der Welt geworden. Die Bosch-Gruppe beschäftigt heute über 400.000 Menschen in rund 60 Ländern. Sie ist der größte Autozulieferer der Welt und stellt außerdem Elektrowerkzeuge, Haushaltsgeräte, Heizungen, Sicherheitstechnik, Industrieanlagen und Software her. Die Zentrale befindet sich auf der Schillerhöhe in Gerlingen bei Stuttgart.
Das Firmenlogo, ein stilisierter Anker in einem Kreis, geht auf die Zeit kurz nach dem Ersten Weltkrieg zurück. Es zeigt ein Bauteil des Magnetzünders, den Anker, mit dem alles begann. In leicht modernisierter Form ist dieses Symbol bis heute auf jedem Bosch-Produkt zu sehen, eine schöne Erinnerung daran, dass der ganze Konzern auf einer einzigen gut gemachten Erfindung gründet.
Robert Bosch privat: Jäger, Bauer, Naturliebhaber
Abseits der Firma war Robert Bosch ein leidenschaftlicher Naturmensch. Er ging gern auf die Jagd, wanderte und interessierte sich sehr für Landwirtschaft. In Oberbayern kaufte er ein Moorgebiet und baute dort einen landwirtschaftlichen Mustergutshof auf, den Boschhof, auf dem er neue Methoden der Moorkultivierung und Viehzucht ausprobierte. Auch hier zeigte sich sein Charakter: Er wollte nicht nur Geld investieren, sondern verstehen, ausprobieren und verbessern.
Robert Bosch in Zahlen
| Was | Damals | Heute |
|---|---|---|
| Mitarbeiter | 2 (1886) | über 400.000 |
| Standorte | 1 Hinterhofwerkstatt in Stuttgart | Niederlassungen in rund 60 Ländern |
| Arbeitszeit | Achtstundentag ab 1906 | tariflich geregelt, meist unter 40 Stunden |
| Wichtigstes Produkt | Magnetzündung | Fahrzeugtechnik, Werkzeuge, Hausgeräte, Software |
| Eigentümer | Robert Bosch | Robert Bosch Stiftung (größter Anteil), Familie Bosch |
Familie: Ehefrauen, Kinder und Robert Bosch junior
1887 heiratete Robert Bosch Anna Kayser, mit der er vier Kinder hatte: Margarete, Paula, Robert und Elisabeth. Sein Sohn Robert, der die Firma übernehmen sollte, erkrankte an Multipler Sklerose und starb 1921 mit nur 29 Jahren. Dieser Verlust traf Bosch schwer, die Ehe zerbrach. 1927 heiratete er Margarete Wörz, mit der er zwei weitere Kinder bekam: Robert Bosch junior, geboren 1928, und Eva. Robert junior engagierte sich später vor allem in der Stiftung seines Vaters und starb 2004.
Hans Walz: Retter mit Widersprüchen
Hans Walz kam 1912 als Privatsekretär zu Robert Bosch und stieg bis an die Spitze des Unternehmens auf, das er von 1926 bis in die 1960er-Jahre führte. In der NS-Zeit trat er in die NSDAP ein und wurde sogar förderndes Mitglied der SS. Gleichzeitig nutzte er seine Position, um jüdischen Menschen zu helfen: Er besorgte Geld, Ausreisepapiere und Verstecke und rettete so zahlreiche Leben. 1969 ehrte ihn die Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“. Seine Geschichte zeigt, wie kompliziert die Wahrheit in dieser Zeit war: Anpassung nach außen und mutige Hilfe im Verborgenen schlossen sich nicht aus.
Der Bosch-Kreis und der Widerstand gegen Hitler
Rund um Robert Bosch bildete sich in den 1930er-Jahren ein Kreis von Menschen, die das NS-Regime ablehnten. Der wichtigste Kopf war Carl Goerdeler, der frühere Oberbürgermeister von Leipzig, den Bosch offiziell als Berater beschäftigte. So konnte Goerdeler unter dem Schutz der Firma reisen, Kontakte knüpfen und Pläne für ein Deutschland nach Hitler entwerfen. Bosch finanzierte diese Arbeit. Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944, zwei Jahre nach Boschs Tod, wurde Goerdeler verhaftet und hingerichtet. Auch andere Mitglieder des Bosch-Kreises gerieten in Lebensgefahr. Dass sich ein führender Industrieller so weit in den Widerstand vorwagte, war in dieser Zeit eine große Ausnahme.
Die späten Jahre am Heidehof
Nach dem Tod seines Sohnes und dem Ende seiner ersten Ehe fand Robert Bosch mit seiner zweiten Frau Margarete noch einmal ein neues Familienglück. Mit über 60 Jahren wurde er erneut Vater, von Robert junior und Eva. Er zog sich schrittweise aus dem Tagesgeschäft zurück, übergab die Leitung an Hans Walz und andere Vertraute und widmete sich stärker seinen Stiftungen, der Homöopathie, der Landwirtschaft und der Politik. Er blieb aber bis zuletzt der Mann, dessen Wort in der Firma Gewicht hatte, und verfolgte mit Sorge, wie Deutschland in die Diktatur und in einen neuen Krieg geriet.
Woran ist Robert Bosch gestorben?
Robert Bosch starb am 12. März 1942 im Alter von 80 Jahren in Stuttgart nach kurzer Krankheit an den Folgen einer Entzündung. Das NS-Regime nutzte seine Beerdigung für ein Staatsbegräbnis, obwohl Bosch das Regime abgelehnt hatte. Er wurde auf dem Waldfriedhof in Stuttgart beigesetzt.
Auf Robert Boschs Spuren in Stuttgart
Wer sich für Robert Bosch interessiert, findet in Stuttgart viele Orte, die mit ihm verbunden sind. Im Stuttgarter Westen erinnert das Bosch-Areal an die frühen Fabrikgebäude der Firma. Heute sind dort Büros, Geschäfte und Restaurants untergebracht, die historischen Backsteinfassaden blieben erhalten. Im Stadtteil Feuerbach liegt eines der ältesten großen Bosch-Werke. Am Heidehof steht das Robert-Bosch-Haus, seine frühere Villa und heutiger Sitz der Stiftung. Das Robert-Bosch-Krankenhaus im Stadtteil Burgholzhof ist bis heute eine der großen Kliniken der Region. Und auf dem Waldfriedhof liegt sein Grab, schlicht und ohne Prunk, so wie er gelebt hat.
Auch in seinem Geburtsort Albeck bei Ulm wird an ihn erinnert. Wer die Orte nacheinander besucht, erlebt im Kleinen den ganzen Weg eines Mannes vom Dorfjungen von der Schwäbischen Alb zu einem der bedeutendsten Unternehmer Deutschlands.
Kritik und Schattenseiten
So vorbildlich Bosch in vielem war, auch sein Unternehmen ist nicht frei von dunklen Kapiteln. Das Unternehmen hat seine Geschichte in der NS-Zeit von unabhängigen Historikern aufarbeiten lassen. Die Studie zeigt ein widersprüchliches Bild: einerseits Hilfe für Verfolgte und Kontakte zum Widerstand, andererseits enge Einbindung in die Rüstungswirtschaft und der Einsatz von Tausenden Zwangsarbeitern, darunter auch KZ-Häftlinge in einem Außenlager. Im Ersten und vor allem im Zweiten Weltkrieg verdiente die Firma an Rüstungsaufträgen. Im Zweiten Weltkrieg mussten in Bosch-Werken auch Zwangsarbeiter arbeiten, eine Tatsache, die das Unternehmen heute selbst offen aufarbeitet. Bosch selbst war außerdem ein strenger und oft ungeduldiger Chef. Ein Heiliger war er nicht, aber ein Unternehmer, der Verantwortung ernster nahm als die meisten seiner Zeit.
Was Gründer heute von Robert Bosch lernen können
Robert Boschs Weg liest sich wie ein Lehrbuch für Selbstständige und Gründer, auch über 100 Jahre später. Er begann ohne Kapital, ohne Kontakte und ohne geniale Erfindung. Er nahm kleine Aufträge an und erledigte sie besser als die Konkurrenz. Er überlebte eine Phase, in der seine Firma fast pleite war, weil er nicht aufgab. Und als die große Chance kam, die Zündung für das Auto, war er bereit, sie zu nutzen.
Dabei achtete er auf Dinge, die heute wieder modern sind: auf eine Unternehmenskultur, in der Menschen gern arbeiten, auf Ausbildung, auf langfristiges Denken statt schneller Gewinne, auf Vertrauen bei Kunden und Partnern. Er umgab sich mit Menschen, die in manchen Dingen besser waren als er selbst, wie Gottlob Honold, und ließ ihnen Raum. Und er dachte über sein eigenes Leben hinaus, indem er dafür sorgte, dass sein Werk nach seinem Tod weiter Gutes tut. Wer heute ein eigenes Projekt aufbaut, kann sich von Bosch vor allem eines abschauen: Geduld mit dem eigenen Weg und keine Kompromisse bei der Qualität.
Häufige Fragen zu Robert Bosch
Wer war Robert Bosch? Ein deutscher Feinmechaniker, Erfinder und Unternehmer (1861–1942), der die heutige Bosch-Gruppe gründete und als besonders sozialer Unternehmer und Stifter gilt.
Wann hat Robert Bosch Geburtstag? Er wurde am 23. September 1861 in Albeck bei Ulm geboren.
Wann ist Robert Bosch gestorben? Am 12. März 1942 in Stuttgart, im Alter von 80 Jahren.
Was hat Robert Bosch erfunden? Die bekannteste Erfindung, die Hochspannungs-Magnetzündung mit Zündkerze, entwickelte sein Ingenieur Gottlob Honold 1902. Bosch selbst war vor allem der Unternehmer, der solche Erfindungen förderte und zur Serienreife brachte.
Wem gehört Bosch heute? Der größte Teil der Anteile gehört der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung, ein kleiner Teil der Familie Bosch. Die Stimmrechte liegen größtenteils bei der Robert Bosch Industrietreuhand KG.
Was macht die Robert Bosch Stiftung? Sie fördert Projekte in Gesundheit, Bildung und internationaler Verständigung, etwa den Deutschen Schulpreis und das Deutsche Schulportal.
Wer ist Robert Bosch junior? Robert Bosch jr. (1928–2004) war der Sohn aus Boschs zweiter Ehe. Er engagierte sich vor allem in der Stiftung seines Vaters.
Was bedeutet das Bosch-Logo? Es zeigt einen Anker im Kreis, ein Bauteil des Magnetzünders, mit dem der Erfolg der Firma begann.
Wo wurde Robert Bosch geboren? In Albeck, einem Dorf auf der Schwäbischen Alb bei Ulm.
Was war Robert Bosch von Beruf? Gelernter Feinmechaniker, später Unternehmer, Erfinder und Stifter.
Wo liegt das Robert-Bosch-Haus? Am Heidehof in Stuttgart. Die frühere Villa von Robert Bosch ist heute der Sitz der Robert Bosch Stiftung.
Hatte Robert Bosch Kinder? Ja, aus erster Ehe Margarete, Paula, Robert und Elisabeth, aus zweiter Ehe Robert junior und Eva.
Warum hieß Robert Bosch „der rote Bosch“? Weil er für damalige Verhältnisse sehr arbeiterfreundlich war, früh den Achtstundentag einführte und mit Gewerkschaften verhandelte.
Wie viele Mitarbeiter hat Bosch heute? Weltweit über 400.000 Menschen in rund 60 Ländern. 1886 waren es zwei.
Wo ist Robert Bosch begraben? Auf dem Waldfriedhof in Stuttgart.
Wer führte Bosch nach Robert Bosch? Sein langjähriger Vertrauter Hans Walz, der das Unternehmen ab 1926 leitete und später das Testament mit umsetzte.
Was ist das Deutsche Schulbarometer? Eine regelmäßige Befragung der Robert Bosch Stiftung unter Lehrkräften und Schülern zur Lage an deutschen Schulen.
Was ist der berühmteste Satz von Robert Bosch? „Lieber Geld verlieren als Vertrauen.“
Was du von Robert Bosch lernen kannst
- Vertrauen ist dein wertvollstes Kapital. Lieber kurzfristig verzichten als langfristig deinen Ruf verlieren.
- Fang klein an und mach es gut. Aus einem Hinterhof mit zwei Mitarbeitern wurde ein Weltkonzern.
- Behandle Menschen fair. Gute Arbeitsbedingungen sind eine Investition, keine Ausgabe.
- Umgib dich mit klugen Köpfen. Boschs größte Erfindung stammte von einem jungen Mitarbeiter, dem er vertraute.
- Denk über dich hinaus. Sein Vermögen wirkt durch die Stiftung bis heute für das Gemeinwohl.
Warum Robert Bosch ein echter Motivationsheld ist
Robert Bosch zeigt, dass Erfolg und Anstand sich nicht ausschließen. Er kam aus einem kleinen Dorf, scheiterte fast mit seiner ersten Firma, machte weiter und baute ein Unternehmen auf, das bis heute für Qualität steht. Dabei vergaß er nie die Menschen, die für ihn arbeiteten, und die Gesellschaft, in der er lebte. Wenn du ein eigenes Projekt aufbaust, dann nimm dir seinen Grundsatz mit: Verlier lieber Geld als Vertrauen.
Vielleicht ist das Schönste an seiner Geschichte, dass sie so wenig glamourös ist. Bosch war kein Genie, dem alles zuflog, und kein Glückspilz, der zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Er war ein Handwerker mit Prinzipien, der jeden Tag ein bisschen besser arbeitete als andere und der nie vergaß, dass hinter jeder Maschine Menschen stehen. Genau deshalb kann jeder von ihm lernen, egal ob du eine Firma gründest, eine Website aufbaust oder einfach in deinem Job einen Unterschied machen willst.
