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Jane Austen

Jane Austen wurde 1775 in England als Tochter eines Pfarrers geboren. In Romanen wie „Stolz und Vorurteil“ beobachtete sie mit feinem Humor, wie Menschen sich verlieben, missverstehen und wiederfinden. Ihre Figuren zeigen bis heute, wie viel Selbsterkenntnis zu einer guten Beziehung gehört. Hier findest du ihre wichtigsten Lehren, inspirierende Zitate, Bücher und alles, was dir hilft, ihre Weisheit in deinen eigenen Alltag zu bringen.

Wer war Jane Austen?

Jane Austen war eine britische Schriftstellerin aus der Zeit der Regency. Sie wurde 1775 im Pfarrhaus von Steventon in Hampshire geboren und starb 1817 in Winchester. Ihre Hauptwerke Stolz und Vorurteil und Emma gehören zu den Klassikern der englischen Literatur. Wer sich für Austen Jane interessiert, trifft auf eine Autorin, die in nur 41 Lebensjahren ein Werk hinterließ, das bis heute gelesen und neu verfilmt wird.

Sie wuchs als siebtes von acht Kindern eines Geistlichen in einer überdurchschnittlich gebildeten und belesenen Familie auf, hatte freien Zugang zur Bibliothek ihres Vaters und begann mit zwölf Jahren, erste literarische Versuche zu schreiben. Ihre frühen Texte setzten sich satirisch mit den literarischen und gesellschaftlichen Konventionen ihrer Zeit auseinander. Jane Austen heiratete nie. Sie lebte zuletzt in einem kleinen Landhaus in Chawton, das heute das Jane Austen’s House Museum ist. Dort schrieb, überarbeitete und veröffentlichte sie fast alle ihre Romane.

Zu Lebzeiten blieb Jane Austen Writer im Verborgenen: Ihre Bücher erschienen anonym mit der Angabe „by a lady“, auch wenn ihre Identität mit der Zeit ein offenes Geheimnis wurde. Die Bücher von Jane Austen stellen meist junge Frauen aus dem gehobenen ländlichen Bürgertum in den Mittelpunkt, die sich nach Schwierigkeiten und Lernprozessen selbst erkennen. Hinter der Liebesgeschichte steht dabei stets der scharfe, humorvolle Blick auf soziale und menschliche Eigenarten. Jeder Roman von Jane Austen lebt von dieser genauen Beobachtungsgabe, die auch ihr Haupttalent war. Die Romane von Jane Austen werden in der englischsprachigen Kultur mit den Komödien William Shakespeares verglichen, auch was ihre sprachliche Virtuosität betrifft.

Die folgenden Abschnitte zeichnen ihren Weg nach: von der Kindheit in Steventon über die Jahre in Bath und Southampton bis zu den produktiven Jahren in Chawton, von ihren Romanen bis zu ihrer Wirkung nach ihrem Tod. Vorab die wichtigsten Daten auf einen Blick:

Steckbrief
Vollständiger Name Jane Austen
Geboren 16. Dezember 1775 in Steventon, Basingstoke and Deane
Gestorben 18. Juli 1817 in Winchester
Nationalität britisch
Beruf Schriftstellerin
Bekannt für Stolz und Vorurteil und Emma, Klassiker der englischen Literatur

Kindheit und Herkunft: Jane Austen im Pfarrhaus von Steventon

Jane Austen kam am 16. Dezember 1775 im Pfarrhaus des Ortes Steventon in Hampshire zur Welt. Sie war das siebte von acht Kindern. Ihr Vater, William George Austen (1731–1805), war dort als Geistlicher tätig, ihre Mutter hieß Cassandra Austen, geborene Leigh (1739–1827). Wer verstehen möchte, wie aus dieser Pfarrerstochter eine Schriftstellerin wurde, deren Romane zu den Klassikern der englischen Literatur zählen, muss hier beginnen: in einem Haushalt, in dem Bücher und Bildung selbstverständlich waren.

Eine große Geschwisterschar

Jane wuchs mit sechs Brüdern und einer älteren Schwester auf. Diese Schwester, Cassandra (1773–1845), stand ihr sehr nahe. Beide blieben ihr Leben lang unverheiratet. Von Cassandra stammen auch die einzigen erhaltenen Porträts Janes, zwei Farbzeichnungen.

Auch die Brüder schlugen ihre eigenen Wege ein. Francis William, genannt Frank (1774–1865), und Charles John (1779–1852) dienten in der Royal Navy und brachten es beide bis zum Rang eines Admirals. Ein weiterer Bruder, Edward (1767–1852), wurde von einem reichen Onkel adoptiert. Das sollte für Jane später noch von Bedeutung sein, denn er stellte ihr in Chawton ein kleines Landhaus zur Verfügung.

Ein gebildetes Elternhaus

Die Familie war überdurchschnittlich gebildet und belesen. Für die damalige Zeit wurde die junge Jane als Mädchen deshalb vergleichsweise gut gefördert und genoss eine relativ umfassende Ausbildung. Besonders wichtig war der freie Zugang zur Bibliothek ihres Vaters. Ihr Vater förderte ihr Interesse an Literatur schon früh, sodass sie bereits in jungen Jahren mit einer Vielzahl namhafter Werke in Berührung kam.

Ihr Hauptaugenmerk galt den Veröffentlichungen von:

  • William Cowper
  • Alexander Pope
  • Henry Fielding
  • George Crabbe

Diese Autoren zitierte sie später auch in ihren eigenen Werken. Auch die damalige Romankultur verfolgten Jane und ihre Familie eng. Ein Beleg dafür: Der Name der 20-jährigen Jane Austen steht auf der Subskriptionsliste von Fanny Burneys Camilla (1796).

Die ersten Schreibversuche

Im Alter von zwölf Jahren begann Jane mit ersten literarischen Versuchen. Zwischen 1787 und 1793 verfasste sie drei Bände mit kurzen Prosastücken, Kurzromanen, Theaterstücken und Fragmenten. Sie setzten sich, wie die Quelle festhält, äußerst satirisch mit den literarischen und gesellschaftlichen Konventionen ihrer Zeit auseinander. In Steventon entstanden zwischen 1792 und 1799 zudem die ersten Fassungen ihrer späteren Romane.

Man kann darin sehen, wie sehr das Pfarrhaus ihr Schreiben prägte: Ein Haus voller Bücher, ein Vater, der ihre Neugier unterstützte, und eine Familie, die selbst am literarischen Leben Anteil nahm, boten ihr einen Rahmen, in dem eine Schriftstellerin heranwachsen konnte.

Vom Pfarrhaus zum Bücherregal

Wer heute ein Jane Austen Buch aufschlägt, begegnet den Spuren dieser Kindheit: der genauen Beobachtung des ländlichen Bürgertums, den Pfarrhäusern und Landgütern, dem Alltag junger Frauen aus der Gentry. Dass sie diese Welt so genau kannte, hängt mit ihrer Herkunft zusammen. Jedes Buch von Jane Austen stammt von einer Autorin, die selbst als Pfarrerstochter in dieser Gesellschaftsschicht aufwuchs.

Die Anfänge ihrer späteren Jane Austen Buchreihe liegen somit in Steventon. Dort entstanden die ersten Fassungen von Romanen, die sie erst Jahre später überarbeitete und veröffentlichte. Aus Elinor and Marianne von 1796 wurde etwa Sense and Sensibility, aus dem Entwurf First Impressions von 1797 später Pride and Prejudice.

Name Beziehung zu Jane Lebensdaten
William George Austen Vater, Geistlicher in Steventon 1731–1805
Cassandra Austen, geb. Leigh Mutter 1739–1827
Cassandra Austen ältere Schwester 1773–1845
Francis William (Frank) Bruder, Royal Navy, Admiral 1774–1865
Charles John Bruder, Royal Navy, Admiral 1779–1852
Edward Bruder, von einem reichen Onkel adoptiert 1767–1852

Das Pfarrhaus von Steventon war damit für Jane Austen beides: ein Zuhause mit großer Familie und eine erste Schule des Lesens und Schreibens.

Ausbildung: Frühe literarische Schulung in der Familie

Jane Austen wurde im Pfarrhaus von Steventon in Hampshire geboren und wuchs dort auf. Ihre literarische Schulung erhielt sie in diesem Umfeld. Die Familie war überdurchschnittlich gebildet und belesen. Für die damalige Zeit wurde Jane als Mädchen vergleichsweise gut gefördert und erhielt eine relativ umfassende Ausbildung.

Die Bibliothek des Vaters

Ihr Vater William George Austen war als Geistlicher in Steventon tätig. Er förderte ihr Interesse an Literatur schon früh. Jane hatte freien Zugang zu seiner Bibliothek. Dadurch kam sie bereits in jungen Jahren mit einer Vielzahl namhafter Werke in Berührung. Auch die damalige Romankultur verfolgten Jane und ihre Familie eng. Ein Beleg dafür: Der Name der 20-jährigen Jane Austen steht auf der Subskriptionsliste von Fanny Burneys Camilla (1796).

Die Vorbilder

Ihr Hauptaugenmerk legte Jane Austen auf die Veröffentlichungen von vier Autoren. Sie zitierte sie später auch in ihren eigenen Werken:

  • William Cowper
  • Alexander Pope
  • Henry Fielding
  • George Crabbe

Man kann darin sehen, dass sie nicht nur las, sondern sich die Texte so weit aneignete, dass sie sie in ihr eigenes Schreiben einbaute.

Erste Versuche mit zwölf Jahren

Mit zwölf Jahren begann Jane Austen mit ersten literarischen Versuchen. Zwischen 1787 und 1793 verfasste sie drei Bände mit kurzen Prosastücken, Kurzromanen, Theaterstücken und Fragmenten. Diese Texte setzten sich äußerst satirisch mit den damaligen literarischen und gesellschaftlichen Konventionen auseinander. Es handelt sich zumeist um geistreiche Satiren und Persiflagen. Das Jugendwerk ist fragmentarisch geblieben, gibt aber einen Einblick in die literarischen Wurzeln und die künstlerische Entwicklung der Autorin. Vollständig wurden diese Frühwerke erst in den 1950er Jahren veröffentlicht. Auf Deutsch liegt bisher nur ungefähr die Hälfte davon vor, darunter Drei Schwestern, Die Geschichte Englands und Catherine.

Schon in Steventon entstanden zwischen 1792 und 1799 die ersten Fassungen ihrer späteren Romane. Ihre ersten Romane schrieb sie im Alter zwischen 19 und 22 Jahren. Veröffentlicht wurden sie aber erst 15 bis 20 Jahre später oder nach ihrem Tod. Das Manuskript, das später als Stolz und Vorurteil erschien, trug in seinem ersten Entwurf von 1797 noch den Titel First Impressions. Wer unter „vorurteil und stolz“ oder unter den stolz und vorurteil bücher an Jane Austens bekanntestes Werk denkt, trifft also auf einen Text, dessen Wurzeln in ihrer Jugend in Steventon liegen. 1811 überarbeitete Austen ihn, 1813 erschien er.

Was wir daraus mitnehmen können

Austens Weg zeigt, wie viel ein Umfeld bewirken kann, das Lesen und Schreiben ernst nimmt. Ein offener Zugang zu Büchern, ein Vater, der ihr Interesse förderte, und die Freiheit, schon als Kind Satiren zu schreiben, bildeten die Grundlage. Eine Deutung, die auf diesen Fakten aufbaut: Sie lernte vermutlich vor allem durch Lesen, Nachahmen und das spielerische Ausprobieren eigener Texte. Du brauchst für den Anfang keine perfekten Voraussetzungen, sondern Zugang zu guten Vorbildern und den Mut, früh zu schreiben.

Werdegang: Vom Jugendwerk zum veröffentlichten Roman

Jane Austens Weg zur Romanautorin begann nicht mit einem fertigen Buch, sondern mit Kurzprosa, Theaterstücken und Fragmenten. Sie wuchs als siebtes von acht Kindern im Pfarrhaus von Steventon in Hampshire auf. Ihre Familie war überdurchschnittlich gebildet und belesen, und Jane erhielt für die damalige Zeit eine vergleichsweise umfassende Ausbildung. Sie hatte freien Zugang zur Bibliothek ihres Vaters, der ihr Interesse an Literatur früh förderte. Mit zwölf Jahren begann sie mit ersten literarischen Versuchen.

Die Jugendwerke: Satire als Schreibschule

Zwischen 1787 und 1793 verfasste Jane Austen drei Bände mit kurzen Prosastücken, Kurzromanen, Theaterstücken und Fragmenten. Diese Texte setzten sich satirisch mit den literarischen und gesellschaftlichen Konventionen ihrer Zeit auseinander. Das Jugendwerk ist fragmentarisch geblieben, gibt aber Einblick in die literarischen Wurzeln und die künstlerische Entwicklung der Autorin. Vollständig wurden diese Frühwerke erst in den 1950er Jahren veröffentlicht. In deutscher Übersetzung liegt bisher nur ungefähr die Hälfte davon vor, darunter Drei Schwestern, Die Geschichte Englands und Catherine.

Als Vorbilder nennt die Quelle William Cowper, Alexander Pope, Henry Fielding und George Crabbe, die sie auch in ihren Werken zitierte. Auch die damalige Romankultur verfolgten Jane und ihre Familie eng: Der Name der 20-jährigen Jane Austen steht auf der Subskriptionsliste von Fanny Burneys Camilla (1796).

Die ersten Romanentwürfe

Die ersten Fassungen ihrer späteren Romane entstanden in Steventon in den Jahren zwischen 1792 und 1799. Ihre ersten Romane schrieb Jane Austen im Alter zwischen 19 und 22 Jahren. Veröffentlicht wurden sie jedoch erst 15 bis 20 Jahre später oder sogar erst nach ihrem Tod. Zu den frühen Texten gehören:

  • Lady Susan: ein Briefroman von 1794, den Austen 1805 um eine Conclusio erweiterte. Veröffentlicht wurde er erst 1870, also posthum.
  • Elinor and Marianne: das Manuskript von 1796, das später zu Sense and Sensibility (Verstand und Gefühl) wurde.
  • First Impressions: der erste Entwurf von 1797, aus dem später Pride and Prejudice hervorging.
  • Northanger Abbey: entstanden 1798 bis 1799 und 1802 neu bearbeitet. Das Buch erschien aber erst 1817 nach ihrem Tod.

Man kann darin sehen, wie lang der Weg von der Niederschrift zur Veröffentlichung war: Ein Teil der Romane, die heute als ihr Hauptwerk gelten, lag über Jahre als Manuskript vor, ehe ein Leser sie zu Gesicht bekam.

Die Jahre dazwischen: Bath, Southampton, Chawton

Im Jahr 1801 zog Jane Austen mit ihren Eltern und ihrer Schwester nach Bath, wo sie bis 1806 lebte. Über diesen Abschnitt ist kaum etwas bekannt, weil fast alle Briefe aus dieser Zeit verloren gingen oder von Familienmitgliedern vernichtet wurden. Schriftstellerisch arbeitete sie in dieser Zeit vermutlich wenig. Das Romanfragment The Watsons, das sie vermutlich 1804 begann und nie abschloss, wird meist dieser Zeit zugeordnet. Nach dem Tod ihres Vaters 1805 lebten Jane, ihre Mutter und ihre Schwester bis 1809 in Southampton.

Den entscheidenden Rahmen für ihre Arbeit fand sie 1809 in Chawton. Dort stellte ihr Bruder Edward, der von einem reichen Onkel adoptiert worden war, auf seinem Anwesen ein kleines Landhaus zur Verfügung, das heute das Jane Austen’s House Museum ist. In Chawton schrieb, überarbeitete und veröffentlichte sie alle ihre Romane bis auf Northanger Abbey und Persuasion.

Der Durchbruch: Stolz und Vorurteil 1813

Zuerst erschien Sense and Sensibility als Debütwerk. Austen hatte das Manuskript Elinor and Marianne von 1796 im Jahr 1809 bearbeitet. Veröffentlicht wurde der Roman unter der Verfasserangabe „by a lady“. Danach folgte 1813 Pride and Prejudice, auf Deutsch Stolz und Vorurteil. Der Roman trug als erster Entwurf von 1797 ursprünglich den Titel First Impressions und war 1811 von Austen überarbeitet worden. Wer das Stolz und Vorurteil Buch heute in der Hand hält, liest also die Fassung einer Geschichte, die ihre Autorin fast zwei Jahrzehnte begleitete.

Jane Austen veröffentlichte zeitlebens anonym. Ihre Bücher trugen stets die Angabe „by a lady“, auch wenn ihre Identität mit der Zeit immer mehr zu einem offenen Geheimnis wurde. Die Rezeption ihrer Romane war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung recht gut. Walter Scott würdigte ihr Werk 1816 anlässlich der Veröffentlichung von Emma in einem vierseitigen Essay für eine Literaturzeitschrift. Für die damalige Zeit war das eine außerordentliche Anerkennung, da das Genre des Romans lange als minderwertig gegolten hatte.

Auch in späteren Jahrhunderten blieb der Stoff lebendig. Es gibt mehrere Verfilmungen. Zu den bekannten Filmen Stolz und Vorurteil zählen die Fassung von 1940 mit Greer Garson und Laurence Olivier, die Fernsehserie von 1995 mit Colin Firth und Jennifer Ehle sowie der Film Stolz und Vorurteil von 2005 unter der Regie von Joe Wright mit Keira Knightley, Matthew Macfadyen und Judi Dench. Wer sich für Stolz und Vorurteil 2005 interessiert, findet dort eine von mehreren Umsetzungen desselben Romans.

  1. 1775Geburt im Pfarrhaus von Steventon in Hampshire als siebtes von acht Kindern
  2. 1787Beginn der Verfassung von drei Bänden mit Kurzprosa, Kurzromanen und Theaterstücken (zwischen 1787 und 1793)
  3. 1792Entstehung der ersten Fassungen ihrer späteren Romane in Steventon (bis 1799)
  4. 1794Entstehung des Briefromans Lady Susan (veröffentlicht erst 1871)
  5. 1796Manuskript Elinor and Marianne, später Sense and Sensibility
  6. 1801Umzug mit Eltern und Schwester nach Bath, wo sie bis 1806 lebte
  7. 1805Tod des Vaters William George Austen; Umzug nach Southampton bis 1809
  8. 1809Umzug mit Mutter, Schwester und Martha Lloyd nach Chawton, wo sie bis zu ihrem Tod lebte
  9. 1813Veröffentlichung von Pride and Prejudice (Stolz und Vorurteil)
  10. 1816Walter Scott veröffentlicht ein vierseitiges Essay über Emma als erste öffentliche, umfangreiche Würdigung ihres Werks

Was sich aus diesem Werdegang ablesen lässt: Jane Austens Romane entstanden nicht über Nacht. Zwischen den ersten Entwürfen der 1790er Jahre und den Veröffentlichungen ab 1811 liegen Jahre des Überarbeitens, und einige Bücher erreichten die Leser erst nach ihrem Tod.

Leistungen: Beobachtungsgabe und erlebte Rede

Jane Austens Haupttalent war ihre scharfsinnige Beobachtungsgabe. Mit ihr nahm sie die menschliche Natur und soziale Interaktionen aufs Korn. Ihre Romane folgen meist dem damals verbreiteten und beliebten courtship plot: Eine junge Frau aus der Gentry lernt sich nach Schwierigkeiten selbst kennen und heiratet am Ende den Mann, den sie liebt. Doch diese Rahmenhandlung dient Austen vor allem dazu, soziale, menschliche und gesellschaftliche Eigenarten aufzudecken, zu karikieren und mit feinem Humor zu kritisieren.

Dahinter steht ein genaues Wissen um die Lage der Frauen ihrer Zeit. Eine gute Heirat war für eine junge Frau der Gentry die einzige akzeptable Möglichkeit, sich eine respektable Stellung in der Gesellschaft zu sichern. Andernfalls blieb sie ihr Leben lang vom Wohlwollen wohlhabender Verwandter abhängig, ähnlich wie Jane Austen selbst. Man kann darin einen Grund sehen, warum ihre Heldinnen stets zwischen gesellschaftlicher „Pflicht“ und einer emotional befriedigenden Ehe stehen.

Die erlebte Rede als Stilmittel

Zu den wegweisenden stilistischen Entwicklungen zählt die erlebte Rede. Sie wurde Ende des 18. Jahrhunderts als literarisches Stilmittel eingeführt und von Jane Austen entscheidend weiterentwickelt. Ihr literarischer und sprachlicher Stil ist beinahe von Beginn an als zukunftsweisend eingestuft worden: Sie machte die strukturellen Voraussetzungen einer modernen Form der Kommunikation zwischen Text und Leser zum Gegenstand eines bewussten und geplanten Schreibprozesses.

Thematisch orientierte sie sich anfangs an der Tradition des zu ihrer Zeit sehr populären Sittenromans, etwa von Fanny Burney und Maria Edgeworth. Austen hob dieses Genre jedoch weit über die damaligen Grenzen hinaus. In ihrer sprachlichen Virtuosität und Ökonomie hat die Literaturkritik sie oft mit William Shakespeare verglichen. Ihre Romane haben in der englischsprachigen, vor allem britischen Kultur einen ähnlichen kulturellen Status erreicht wie dessen Komödien.

Stolz und Vorurteil als frühe Meisterprobe

Eines der bekanntesten Werke ist Stolz und Vorurteil, das 1813 erschien. Der erste Entwurf von 1797 trug noch den Titel First Impressions und wurde 1811 von Austen überarbeitet. Wer sich mit Stolz und Vorurteil Jane Austen beschäftigt, sieht daran, wie lange sie an ihren Texten arbeitete: Die ersten Romane schrieb sie im Alter zwischen 19 und 22 Jahren, veröffentlicht wurden sie aber erst 15 bis 20 Jahre später oder nach ihrem Tod. Wie alle ihre Bücher erschien auch dieser Roman anonym mit der Angabe „by a lady“.

Die Wirkung des Stoffs reicht weit über die Buchseiten hinaus. Zu den Verfilmungen zählen etwa der Stolz und Vorurteil Film 1995 von Simon Langton mit Colin Firth und Jennifer Ehle sowie der Stolz und Vorurteil Film 2005 von Joe Wright mit Keira Knightley, Matthew Macfadyen und Judi Dench. Wer vom Stolz und Vorurteil 1995 spricht, meint meist diese Fassung mit Colin Firth, der später auch in Bridget Jones als Mark Darcy besetzt wurde, nachdem er schon in der BBC-Serie Mr. Darcy gespielt hatte. Der Stolz und Vorurteil Film 1995 gehört damit zu den Fernsehadaptionen, die seit den 1990er Jahren zu einem neuen Höhepunkt der Popularität ihres Werks beitrugen. Zu den vielen von Austens Romanen inspirierten Werken zählt Helen Fieldings Bridget Jones, die Motive aus Pride and Prejudice übernimmt.

Das Spätwerk als Höhepunkt

Mit Mansfield Park, Emma und Persuasion schuf Austen ihr „reifes“ Werk. Auch hier steht eine junge Frau im Mittelpunkt, und auch hier endet die Handlung mit ihrer Hochzeit. Doch die Heldinnen und ihre Situationen unterscheiden sich deutlich von denen der früheren Romane, und Austen greift verstärkt gesellschaftspolitische Themen auf.

  • Mansfield Park (verfasst 1811–1813): Fanny Price, Nichte des Hausherrn, ist die abhängigste aller Austen-Heldinnen. Als sie ihren Onkel auf die Herkunft seines Reichtums, den Sklavenhandel, anspricht, verstummt die versammelte Familie in „tödlichem Schweigen“.
  • Emma (verfasst 1814): Die Titelfigur ist die erste Heldin Austens, die nicht aus finanziellen Gründen auf eine gute Heirat angewiesen ist. Erst ganz zum Schluss erkennt sie, dass sie sich in ihren Mutmaßungen über die Herzensangelegenheiten anderer getäuscht hat, auch in ihren eigenen.
  • Persuasion (verfasst 1815–1816): Anne Elliot entschied sich vor Jahren unter dem Einfluss ihrer Familie und ihrer Freundin gegen den Mann, den sie liebte. Im Lauf der Handlung entdecken beide nach und nach ihre unveränderten Gefühle füreinander.

Austen verdichtet die Handlung gegenüber den ersten drei Romanen. Das Geschehen wird fast ausschließlich aus dem Blickwinkel der Heldin geschildert. In Emma geht das so weit, dass die Leser Highbury, Emmas Wohnort, nie verlassen. Man kann darin eine konsequente Anwendung ihres Stils sehen: Wer die Welt allein durch die Augen der Heldin erlebt, erfährt auch deren Irrtümer mit.

Die Wertschätzung kam schon früh. Walter Scott würdigte Austens Werk als Erster öffentlich und umfangreich, mit einem vierseitigen Essay anlässlich der Veröffentlichung von Emma im Jahr 1816. Das war zu jener Zeit eine außerordentliche Anerkennung, denn der Roman galt lange als minderwertig, belanglos oder gar „sittenwidrig“. Scott hob die Genauigkeit der Beobachtung, die sprachliche Eleganz und die vollkommene Beherrschung der Mittel hervor. Heute gilt Austen als eine der größten englischsprachigen Autorinnen, und besonders an Emma wird oft die formale Perfektion gelobt.

Rückschläge: Abgelehnter Antrag und fehlende Mitgift

Jane Austens Leben verlief nicht so geradlinig, wie ihre späteren Erfolge vermuten lassen. Zwei Ereignisse aus ihrem Liebesleben und eine lange Wartezeit auf die Veröffentlichung eines ihrer Romane zeigen, dass auch sie mit Hindernissen leben musste.

Mit 20 Jahren lernte sie auf einem Ball den Iren Thomas Lefroy kennen. Zwischen beiden entstand eine gegenseitige Sympathie, und beide liebten die englischsprachige Literatur. Eine mögliche Heirat scheiterte jedoch an Lefroys Familie, die ihr aus finanziellen Gründen abweisend gegenüberstand. Die Eltern wünschten sich etwas Nobleres zur Schwiegertochter als eine Pfarrerstochter ohne Mitgift. Man kann darin sehen, wie eng Zuneigung und gesellschaftlicher Stand damals verknüpft waren: Janes Herkunft und ihr fehlendes Vermögen genügten, um die Verbindung zu verhindern.

Im Jahr 1802 erhielt sie einen Heiratsantrag von Harrison Bigg Wither, der sechs Jahre jünger war als sie. Jane lehnte ihn ab. Sie heiratete, ebenso wie ihre Schwester Cassandra, nie. Das war keine Kleinigkeit, denn eine gute Heirat war für eine junge Frau der Gentry die einzige akzeptable Möglichkeit, sich eine respektable Stellung in der Gesellschaft zu sichern. Wer unverheiratet blieb, war ein Leben lang vom Wohlwollen und der Großzügigkeit wohlhabender Verwandter abhängig. Jane Austen kannte diese Lage aus eigener Erfahrung. Dass sie genau dieses Spannungsfeld später in ihren Romanen behandelte, ist ein Gedanke, der sich aus diesen Fakten nahelegt.

Ein Roman, der warten musste

Auch beruflich brauchte Jane Austen Geduld. Wer nach Northanger Abbey von Jane Austen fragt, stößt auf eine lange Entstehungsgeschichte: Der Roman entstand in den Jahren 1798 bis 1799 und wurde 1802 von ihr neu bearbeitet. Erschienen ist er aber erst 1817, nach ihrem Tod. Zwischen der Niederschrift und der Veröffentlichung lagen also rund 18 Jahre, und die Autorin erlebte das Erscheinen nicht mehr.

Northanger Abbey gehört damit zu den Werken, die erst postum veröffentlicht wurden. Dasselbe gilt für Persuasion, das ebenfalls nach ihrem Tod erschien, weil sie wenige Monate nach der Vollendung des Romans starb. In deutscher Übersetzung heißt Austens Roman „Die Abtei von Northanger“. Wer sich für Jane Austen Northanger interessiert, findet in diesem Buch einen ihrer frühen Romane, den sie als sehr junge Frau schrieb, denn ihre ersten Romane entstanden, als sie zwischen 19 und 22 Jahre alt war.

Diese Stationen zeigen, dass Austens Weg von Verzicht und Warten geprägt war. Sie lebte in relativer Zurückgezogenheit und schrieb dennoch weiter. Man kann darin eine Form von Beharrlichkeit erkennen: Die Umstände waren nicht in ihrer Hand, die Arbeit am eigenen Werk aber schon.

Privatleben: Unverheiratet und eng mit ihrer Schwester verbunden

Jane Austen heiratete nie, und auch ihre ältere Schwester Cassandra blieb unverheiratet. Die beiden Frauen standen sich sehr nahe. Jane war das siebte von acht Kindern des Geistlichen William George Austen und seiner Frau Cassandra, geborene Leigh, und wuchs mit sechs Brüdern und dieser einen Schwester auf. Cassandra, die 1773 geboren wurde, ist auch diejenige, der wir die einzigen Porträts Jane Austens verdanken: zwei Farbzeichnungen.

Zwei Schwestern, ein gemeinsamer Lebensweg

Die Schwestern blieben über Jahrzehnte beieinander. 1801 zog Jane gemeinsam mit ihren Eltern und ihrer ebenfalls unverheirateten Schwester nach Bath, wo sie bis 1806 lebte. Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1805 zogen Jane, ihre Mutter und Cassandra zunächst mit dem Bruder Francis und dessen Frau nach Southampton, wo sie bis 1809 blieben. Als Jane im Mai 1817 Heilung suchte, reiste sie zusammen mit ihrer Schwester nach Winchester.

Man kann darin sehen, dass Cassandra für Jane eine verlässliche Begleiterin durch alle Umzüge und bis zum Ende ihres Lebens war. Allerdings vernichtete Cassandra vor ihrem Tod den Großteil der Briefe. Von schätzungsweise 3000 Briefen sind nur rund 160 erhalten, weshalb wir Janes Persönlichkeit nur eingeschränkt kennen.

Das Landhaus in Chawton

1809 zog Jane Austen gemeinsam mit ihrer Mutter, ihrer Schwester und der Freundin Martha Lloyd nach Chawton. Ihr Bruder Edward, der von einem reichen Onkel adoptiert worden war, stellte ihnen auf seinem Anwesen ein kleines Landhaus zur Verfügung. Heute ist es das Jane Austen’s House Museum. Dort lebte Jane bis zu ihrem Tod. In Chawton schrieb, überarbeitete und veröffentlichte sie alle ihre Romane mit Ausnahme von Northanger Abbey und Persuasion.

Dass sie auf das Entgegenkommen ihres Bruders angewiesen war, passt zu dem, was ihre Romane thematisieren: Eine junge Frau der Gentry ohne eigenes Vermögen war oft vom Wohlwollen wohlhabender Verwandter abhängig, ähnlich wie Jane selbst. Eine Figur wie Emma, die Titelheldin von Emma, steht dazu im Kontrast. Wer sich mit Emma Jane Austen beschäftigt, trifft auf die erste ihrer Heldinnen, die nicht aus finanziellen Gründen auf eine gute Heirat angewiesen ist. Emma from Jane Austen ist eine reiche, unabhängige Erbin, während ihre Schöpferin selbst ein bescheidenes Landhaus bewohnte.

Zwei Chancen auf eine Ehe

Ganz ohne Aussicht auf eine Heirat war Jane nicht. 1802 lehnte sie den Heiratsantrag des sechs Jahre jüngeren Harrison Bigg Wither ab. Im Alter von 20 Jahren hatte sie zudem auf einem Ball den Iren Thomas Lefroy kennengelernt. Es entstand eine gegenseitige Sympathie, und beide liebten die englischsprachige Literatur. Lefroys Familie stand einer möglichen Heirat jedoch aus finanziellen Gründen ablehnend gegenüber. Die Eltern wünschten sich offenbar etwas Nobleres als eine Pfarrerstochter ohne Mitgift.

Ihre Geschichten auf der Leinwand

Janes Romane haben viele Verfilmungen angeregt. Wer sich für die Besetzung von Stolz und Vorurteil 1995 interessiert, findet in der Fernsehserie unter der Regie von Simon Langton Colin Firth und Jennifer Ehle. Auch die Stolz und Vorurteil Besetzung der Verfilmung von 2005 unter Joe Wright ist bekannt: Keira Knightley, Matthew Macfadyen und Judi Dench spielten mit. Janes eigenes Leben blieb dagegen still und zurückgezogen, geprägt von der Familie, vom Schreiben und von der engen Bindung an ihre Schwester.

Tod: Krankheit und Beisetzung in Winchester

Jane Austen lebte seit 1809 in dem kleinen Landhaus in Chawton, das ihr Bruder Edward ihr und ihrer Familie zur Verfügung gestellt hatte. Dort schrieb sie, überarbeitete und veröffentlichte fast alle ihre Romane. Als etablierte Romanautorin lebte sie in relativer Zurückgezogenheit. Im Alter von 40 Jahren wurde sie schwer krank.

Die Krankheit

Die Frage nach der Jane Austen Todesursache lässt sich nicht mit letzter Sicherheit beantworten. Heute nimmt man an, dass sie an einer Nebennierenrindeninsuffizienz litt. Gegen diese Erkrankung gab es zu ihrer Zeit keine Behandlung. Mehr über den genauen Verlauf ihrer Krankheit gibt die Quellenlage nicht her. Das hängt auch damit zusammen, dass von den schätzungsweise 3000 Briefen Jane Austens nur rund 160 erhalten sind, weil ihre Schwester Cassandra vor ihrem Tod den Großteil davon vernichtete.

Die Reise nach Winchester

Um Heilung zu suchen, reiste Jane Austen am 24. Mai 1817 gemeinsam mit ihrer Schwester Cassandra nach Winchester. Cassandra war ihr von Kindheit an sehr nah und ebenso wie sie selbst unverheiratet geblieben. Die Reise brachte nicht die erhoffte Wende: Jane Austen starb am 18. Juli 1817 in Winchester.

Datum Ereignis
24. Mai 1817 Reise mit der Schwester nach Winchester, um Heilung zu suchen
18. Juli 1817 Tod in Winchester
24. Juli 1817 Beisetzung in der Kathedrale von Winchester

Beisetzung und letzte Werke

Sechs Tage nach ihrem Tod, am 24. Juli 1817, wurde Jane Austen in der Kathedrale von Winchester beigesetzt. Sie starb nur wenige Monate, nachdem sie ihren Roman Persuasion (dt. Anne Elliot) vollendet hatte. Dieser Roman erschien deshalb erst nach ihrem Tod. Das Gleiche gilt für Northanger Abbey, das sie bereits 1802 neu bearbeitet hatte und das ebenfalls 1817 posthum veröffentlicht wurde.

Bemerkenswert ist, dass Jane Austen zeitlebens anonym veröffentlichte. Ihre Bücher trugen stets die Angabe „by a lady“, auch wenn ihre Identität mit der Zeit zu einem offenen Geheimnis wurde.

Ein Leben, das früh endete

Jane Austen wurde nur 41 Jahre alt. Ihr schriftstellerisches Schaffen war damit abgeschlossen, bevor die Anerkennung ihres Werks richtig begann. Schon 1816 hatte Walter Scott ein vierseitiges Essay über ihren Roman Emma verfasst, die erste umfangreiche öffentliche Würdigung ihres Werks. Man kann darin sehen, dass ihr Talent zu Lebzeiten zumindest von einzelnen Kennern erkannt wurde. Auch die Rezeption ihrer Romane war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung recht gut.

Vermächtnis: Vom Viktorianismus zur Popkultur

Als Jane Austen 1817 starb, hatte sie ihre Bücher stets anonym erscheinen lassen, auf den Titelblättern stand nur „by a lady“. Ihre Romane waren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung recht gut aufgenommen worden, und Walter Scott hatte 1816 in einem vierseitigen Essay über Emma ihr Werk als Erster öffentlich und umfangreich gewürdigt. Doch mit dem Beginn des Viktorianischen Zeitalters gerieten ihre Romane aus der Mode. Ihr Nachruhm verlief also keineswegs geradlinig.

Die Wiederentdeckung

Einen ersten Impuls brachte 1869 die erste Biographie, A Memoir of Jane Austen ihres Neffen James-Edward Austen-Leigh. Sie bestand aus Familienerinnerungen und einigen Briefzitaten und löste eine neue Welle des Interesses für die Romane aus. Kurz darauf erschien auch eine Sammlung ihrer erhaltenen Briefe. Austen-Leigh bemühte sich, ihr Bild dem konservativeren Zeitgeschmack anzupassen. Man kann darin einen Grund sehen, warum Biografen bis heute so unterschiedliche Ansichten über ihre Person vertreten. Die Quellenlage bleibt dünn: Von schätzungsweise 3000 Briefen sind nur rund 160 erhalten, weil ihre Schwester Cassandra den Großteil vernichtete.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde Austens Werk unter anderem durch die literarischen Essays von Virginia Woolf wieder populärer, und es entstanden erste Verfilmungen der Romane.

Jane Austen im Film

Seit den 1990er Jahren erlebte die Popularität ihres Werks einen neuen Höhepunkt, nicht zuletzt durch die in England und darüber hinaus beliebten Fernsehadaptionen und einige aufwändige Kinoproduktionen. Wer sich für Jane Austen Filme interessiert, findet eine lange Reihe. Eine Auswahl:

Jahr Titel Besonderheit
1940 Stolz und Vorurteil Mit Greer Garson und Laurence Olivier
1995 Stolz und Vorurteil Mit Colin Firth und Jennifer Ehle
1995 Sinn und Sinnlichkeit Regie: Ang Lee, mit Emma Thompson und Kate Winslet
1995 Jane Austens Verführung (Persuasion) Regie: Roger Michell
1996 Emma Mit Gwyneth Paltrow
2005 Stolz und Vorurteil Mit Keira Knightley und Matthew Macfadyen
2020 Emma Regie: Autumn de Wilde
2022 Überredung Mit Dakota Johnson

Das Interesse gilt nicht nur den Romanen selbst. Jede Epoche liest Austens Blick auf die Lage junger lediger Frauen der Gentry neu, und die moderne Rezeption fördert bis heute neue Sichtweisen zutage. Wer einen Jane Austen Film sucht, hat die Wahl zwischen Adaptionen, freien Übertragungen und biografischen Filmen.

Freie Übertragungen und Lebensbilder

Austens Stoffe wurden auch in die Gegenwart verlegt. Der Film Clueless – Was sonst! (1995) überträgt die Handlung von Emma in das Beverly Hills der Gegenwart; so findet man den Emma Film Jane Austens auch in einer Teenager-Variante. Helen Fielding übernahm in Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück Motive aus Pride and Prejudice, und für die Verfilmung wurde Colin Firth besetzt, der schon in der BBC-Serie Mr. Darcy gespielt hatte. P. D. James veröffentlichte 2011 mit Death Comes to Pemberley einen Kriminalroman, der auf Austens Figuren basiert.

Auch ihr Leben wurde verfilmt: Geliebte Jane (2007) mit Anne Hathaway stellt ein imaginäres Porträt Austens dar, Miss Austen Regrets (2008) ist ein weiterer biografischer Film. Wer Filme von Jane Austen im engeren Sinn meint, denkt an Verfilmungen ihrer Romane; Austen selbst schrieb keine Drehbücher, die Vorlagen stammen aus ihren Büchern. Zu ihnen gehört Jane Austen Persuasion (deutsch: Anne Elliot oder Überredung), ein Roman, den Austen wenige Monate vor ihrem Tod vollendete, der postum erschien und mehrfach verfilmt wurde.

Ehrungen

Auch außerhalb von Kino und Fernsehen wird Austen gewürdigt. Im Juli 2013 teilte Mark Carney, damaliger Gouverneur der Bank of England, mit, dass ab 2017 ein Porträt Jane Austens auf dem Zehn-Pfund-Schein zu sehen sein wird; der Schein wurde an ihrem 200. Todestag in Umlauf gebracht. Schon 1934 widmeten Vanessa Bell und Duncan Grant ihr einen Teller in ihrem Tafelservice berühmter Frauen. In Bath und in Louisville gibt es Jane-Austen-Festivals, und in Chawton ist das kleine Landhaus, in dem sie ihre späten Jahre verbrachte, heute das Jane Austen’s House Museum.

Ihr Weg vom anonymen „by a lady“ zum Gesicht auf der Banknote zeigt, dass ein Werk Zeit brauchen kann, bis es verstanden wird.

Was wir lernen können: Genaue Beobachtung und Charakterkritik

Jane Austen lebte in relativer Zurückgezogenheit, und doch gehören ihre Romane zu den Klassikern der englischen Literatur. Ihr Haupttalent war nach der Quelle ihre scharfsinnige Beobachtungsgabe, mit der sie die menschliche Natur und soziale Interaktionen aufs Korn nahm. Daraus lassen sich Lektionen ziehen, die weit über die Literatur hinausreichen. Die folgenden Deutungen bauen auf dem auf, was über ihr Leben und Werk überliefert ist.

Wichtig ist dabei ein Punkt: Austen deckte soziale, menschliche und gesellschaftliche Eigenarten auf, karikierte sie und kritisierte sie mit feinem Humor. Sie tat das nicht mit Anklage, sondern mit Witz und Genauigkeit. Man kann darin ein Vorbild sehen, wie sich Schwächen von Menschen und Verhältnissen benennen lassen, ohne die Menschen selbst abzuurteilen.

  • Schau genau hin, bevor du urteilst. Austens Stärke lag im Beobachten. Wer sich Zeit nimmt, Menschen und Situationen wirklich wahrzunehmen, versteht mehr, als wer nur auf den ersten Eindruck vertraut. Passend dazu trug der erste Entwurf von Stolz und Vorurteil von 1797 den Titel „First Impressions“.
  • Prüfe deine Mutmaßungen über andere. Emma mischt sich in die privaten Angelegenheiten ihrer Mitmenschen ein und erkennt erst ganz zum Schluss, dass sie sich in all ihren Mutmaßungen getäuscht hat, auch in ihren eigenen. Die Lektion: Hinterfrage, wie sicher du dir über das Innenleben anderer wirklich sein kannst.
  • Nutze Humor als Werkzeug für Kritik. Austen kritisierte mit feinem Humor statt mit Schärfe. Das kann ein Vorbild sein, wenn du Missstände ansprechen willst und dabei andere erreichen möchtest, statt sie zu verprellen.
  • Erkenne gesellschaftliche Zwänge, ohne die Beteiligten zu verdammen. Eine gute Heirat war für junge Frauen der Gentry die einzige akzeptable Möglichkeit, sich eine respektable Stellung zu sichern. Austens Heldinnen stehen im Zwiespalt zwischen dieser „Pflicht“ und einer emotional befriedigenden Ehe. Wer Zwänge versteht, kann Entscheidungen anderer fairer einordnen.
  • Schärfe deine Sprache durch Genauigkeit. Walter Scott hob an ihrem Werk die Genauigkeit der Beobachtung, die sprachliche Eleganz und die vollkommene Beherrschung der Mittel hervor. Für dein eigenes Schreiben heißt das: Lieber das passende Wort suchen als viele ungefähre.
  • Bleib dran, auch wenn Anerkennung auf sich warten lässt. Die ersten Romane schrieb Austen zwischen 19 und 22 Jahren, veröffentlicht wurden sie aber erst 15 bis 20 Jahre später oder nach ihrem Tod. Gute Arbeit braucht manchmal Geduld.
  • Lies mit offenen Augen, auch im Original. Wer Stolz und Vorurteil auf Englisch liest, begegnet ihrer sprachlichen Präzision unmittelbar. Das Original zeigt, wie Austen mit Mitteln wie der erlebten Rede arbeitete, die sie entscheidend weiterentwickelte.

Austens Wirkung lässt sich auch an der Rezeption ablesen. Bis heute gibt es Verfilmungen ihrer Romane, etwa Persuasion, die in Deutschland unter dem Titel „Jane Austens Verführung“ lief. Wer nach einer „Verführung Jane Austen“ im Sinne dieses Films fragt, findet dort die Geschichte von Anne Elliot, die sich einst unter dem Einfluss ihrer Familie und ihrer Freundin gegen den Mann entschied, den sie liebte. Auch der Film „Jane Austen Verführung“ von 1995 mit Amanda Root zeigt, wie sich zwei Menschen nach Jahren wiederbegegnen und ihre unveränderten Gefühle nach und nach offenbaren. Man kann darin eine weitere Lektion sehen: Entscheidungen, die auf fremdem Einfluss beruhen, können nachwirken, und Ehrlichkeit gegenüber den eigenen Gefühlen verdient Mut.

Austens Romane laden dazu ein, im Alltag aufmerksamer zu werden. Beobachte, wie Menschen sprechen und handeln, welche Zwänge auf ihnen lasten und wo du selbst vorschnell urteilst. So wird ihre Kunst der genauen, humorvollen Beobachtung zu einem praktischen Werkzeug für dein eigenes Leben.

FAQ: Häufige Fragen zu Jane Austen

Welche Jane Austen Bücher gibt es und wie heißen ihre Hauptwerke?

Zu den Romanen gehören Verstand und Gefühl (Sense and Sensibility, dt. Alternativtitel: Sinn und Sinnlichkeit), Stolz und Vorurteil, Mansfield Park, Emma, Die Abtei von Northanger und Anne Elliot (Persuasion). Dazu kommt der Briefroman Lady Susan. Als Hauptwerke gelten Stolz und Vorurteil und Emma, die zu den Klassikern der englischen Literatur zählen. Unter den Jane Austen Büchern finden sich außerdem unvollendete Fragmente wie Die Watsons und Sanditon sowie zahlreiche Jugendwerke.

In welcher Reihenfolge erschienen die Romane?

Zu Lebzeiten erschienen 1811 Verstand und Gefühl, 1813 Stolz und Vorurteil, 1814 Mansfield Park und 1815 Emma. Nach ihrem Tod folgten 1817 Die Abtei von Northanger und Anne Elliot. Der Briefroman Lady Susan wurde erst 1871 veröffentlicht, entstanden war er um 1794. Die Reihenfolge der Veröffentlichung weicht also von der Entstehungsreihenfolge ab: Die ersten Romane schrieb Austen im Alter zwischen 19 und 22 Jahren.

Worum geht es in Stolz und Vorurteil von Jane Austen?

Stolz und Vorurteil von Jane Austen erschien 1813. Der erste Entwurf von 1797 trug noch den Titel First Impressions und wurde 1811 überarbeitet. Wie in ihren anderen Romanen steht eine junge Dame aus dem gehobenen ländlichen Bürgertum, der Gentry, im Mittelpunkt. Solche Figuren erkennen nach verschiedenen Schwierigkeiten und Lernprozessen sich selbst und heiraten den Mann, den sie lieben. Die Rahmenhandlung dient der Autorin dazu, gesellschaftliche Eigenarten aufzudecken, zu karikieren und mit feinem Humor zu kritisieren.

Was ist das Besondere an Emma?

Emma, verfasst 1814 und 1815 veröffentlicht, ist die erste junge Frau in Austens Romanen, die nicht aus finanziellen Gründen auf eine gute Heirat angewiesen ist. Sie ist eine reiche, unabhängige Erbin, die sich in die privaten Angelegenheiten ihrer Mitmenschen einmischt. Erst ganz zum Schluss erkennt sie, dass sie sich in ihren Mutmaßungen über die Herzensangelegenheiten anderer getäuscht hat, auch in ihren eigenen. Die Handlung ist so verdichtet, dass die Leser Highbury, den Wohnort Emmas, nie verlassen. Die formale Perfektion der Werke Austens wird oft gelobt, besonders an Emma.

Was macht Mansfield Park so besonders?

Fanny Price aus Mansfield Park (verfasst 1811 bis 1813) ist eine Nichte des Hausherrn, die in seine Familie aufgenommen wird und dort aufwächst. Sie ist die abhängigste aller Austen-Heldinnen und bis heute eine der kontroversesten. Der Roman enthält für Austen ungewöhnliche politische Anklänge: Fanny spricht ihren Onkel auf die Herkunft seines Reichtums an, den Sklavenhandel, und die versammelte Familie verstummt in „tödlichem Schweigen“.

Warum erschienen Austens Bücher anonym?

Jane Austen veröffentlichte zeitlebens anonym. Ihre Bücher trugen stets die Verfasserangabe „by a lady“. Mit der Zeit wurde die Identität der Autorin immer mehr zu einem offenen Geheimnis.

Woran starb Jane Austen?

Jane Austen wurde im Alter von 40 Jahren schwer krank. Heute nimmt man an, dass sie an Nebennierenrindeninsuffizienz litt, gegen die es damals keine Behandlung gab. Um Heilung zu suchen, reiste sie am 24. Mai 1817 mit ihrer Schwester nach Winchester. Dort starb sie am 18. Juli 1817 und wurde am 24. Juli in der Kathedrale von Winchester beigesetzt.

Hat Jane Austen geheiratet?

Nein, Jane Austen heiratete ebenso wie ihre Schwester Cassandra nie. Einen Heiratsantrag des sechs Jahre jüngeren Harrison Bigg Wither lehnte sie 1802 ab. Mit 20 Jahren lernte sie auf einem Ball den Iren Thomas Lefroy kennen, und es entstand eine gegenseitige Sympathie. Lefroys Familie stand einer Heirat aus finanziellen Gründen ablehnend gegenüber, da sie sich etwas Nobleres als eine Pfarrerstochter ohne Mitgift wünschte.

Welche Verfilmungen ihrer Romane gibt es?

Es gibt zahlreiche Verfilmungen. Dazu zählen Stolz und Vorurteil von 1940 mit Greer Garson und Laurence Olivier, die Fernsehserie von 1995 mit Colin Firth und Jennifer Ehle sowie die Kinofassung von 2005 mit Keira Knightley und Matthew Macfadyen. Sinn und Sinnlichkeit verfilmte Ang Lee 1995 mit Emma Thompson und Kate Winslet. Von Emma existieren unter anderem Fassungen von 1996 mit Gwyneth Paltrow und von 2020 unter der Regie von Autumn de Wilde. Der Film Clueless – Was sonst! überträgt die Handlung von Emma in das Beverly Hills der Gegenwart. Seit den 1990er Jahren erlebte ihr Werk durch Fernsehadaptionen und Kinoproduktionen einen neuen Höhepunkt der Popularität.

Gibt es Filme über Jane Austens Leben?

Ja. 2007 erschien Geliebte Jane (Becoming Jane) mit Anne Hathaway in der Rolle Austens, ein imaginäres Porträt ihres Lebens. 2008 folgte Miss Austen Regrets mit Olivia Williams. Die Quellenlage zu Jane Austens Leben ist schlecht: Von schätzungsweise 3000 Briefen sind nur rund 160 erhalten, da ihre Schwester Cassandra den Großteil vernichtete.

Wo kann man Jane Austens Haus besuchen?

Von 1809 bis zu ihrem Tod lebte Jane Austen in einem kleinen Landhaus in Chawton, das ihr Bruder Edward auf seinem Anwesen zur Verfügung stellte. Es ist heute das Jane Austen’s House Museum. Dort schrieb, überarbeitete und veröffentlichte sie alle ihre Romane bis auf Die Abtei von Northanger und Anne Elliot. Außerdem gibt es in Bath und in Louisville Jane-Austen-Festivals.